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Instrumentenumbau für Schwerbehinderte

Wer gerne Musikinstrumente spielt, fällt in ein tiefes Loch, wenn ein Unfall oder eine Krankheit dies nicht mehr möglich macht. Es gibt jedoch keinen Grund, sich dem Schicksal zu fügen, schließlich gibt es Unternehmer, wie Marcus Fritz, die in geduldiger Feinarbeit Musikinstrumente dergestalt umbauen, damit diese selbst mit amputierten Fingern oder mit nur einer Hand gespielt werden können.


Wer sich dem Metallblasinstrumentenbau verschrieben hat, muss über ganz besondere Talente verfügen. Schließlich ist die handwerkliche Herstellung wohlklingender Blechblasinstrumente eine Kunst, die fähige Hände und ein perfektes Gehör erfordern. Darüber hinaus ist solides Wissen aus dem Bereich Physik gefragt, da Schwingungen beherrscht werden wollen, die Trompeten, Posaunen und Hörnern ihren jeweils charakteristischen Klang verleihen.

Schließlich entsteht der Ton von Blechblasinstrumenten nicht nur durch die Schallwellen, die das Musikinstrument verlassen, sondern wird auch durch das Schwingen des gesamten Instruments erzeugt. Hochwertige Instrumente, die auch dem kritischen Gehör von Profi-Musikern standhalten, erfordern die eben genannten handwerklichen und physischen Attribute in einer weiter gesteigerten, ganz besonderen Ausprägung.
Unter einem anspruchsvollen Kundenkreis hat sich das Unternehmen Max Fritz aus dem Schwäbischen Albstadt einen ganz besonderen Namen gemacht. Die von Max Fritz gebauten Instrumente gehören mit zum Besten, was sich Band-Mitglieder zulegen können.

Das ist auch kein Wunder, werden die Instrumente doch in bester Handarbeit individuell nach dem Wunsch des Kunden angefertigt. Es ist absolut sehenswert, der Entstehung ­eines Blechblasinstruments beizuwohnen. Nicht-Fachleute dürften überrascht sein, dass beispielsweise die Ausgangsbasis für den Trichter einer Trompete ein gewöhnliches Messingblech ist, das zugeschnitten, umgebogen und auf einer Drehmaschine in die passende Form getrieben wird.

Messing hat sich für viele Blasinstrumente als optimaler Werkstoff herausgeschält, da beispielsweise Trompeten aus Holz in einem nicht passenden, dumpfen Ton erklingen würden. Lediglich im Krieg wurden aus Materialmangel Trompeten aus Stahl gefertigt, die klanglich jedoch nicht an Messinginstrumente heranreichten. Für besonders hochwertige Instrumente wird sogenanntes Goldmessing verwendet, das für seinen warmen Klang bekannt ist.

Zur Herstellung der Instrumente ist ganz viel Erfahrung ist nötig, damit beispielsweise während des Umformprozesses das Blech keinen Riss bekommt und später prima klingt. Aus diesem Grund wird es während des Treibens auch immer mal wieder geglüht, um Spannungen herauszunehmen, die zur Rissbildung führen können. Natürlich darf hier keine zu hohe oder zu niedrige Temperatur herrschen, damit später die Klangeigenschaft des Instruments nicht leidet.

Leider macht das Schicksal auch vor Musikern nicht Halt. Schlaganfälle, ­Autounfälle oder Durchblutungsstörungen machen nicht selten die Ausübung des Berufs oder des Hobbys unmöglich, da amputierte Finger oder gelähmte Arme die Bedienung eines Musikinstruments ausschließen. Selbst ganz junge Menschen können von den negativen Überraschungen des Lebens betroffen sein. Schon junge Heranwachsende unter 20 Jahren sind von Schlaganfällen bedroht, in deren Folge sie beispielsweise einen Arm nicht mehr bewegen können. Ein Schicksal, das die Lebensplanung in eine völlig neue Richtung lenkt. Auf die Linderung des persönlichen Leids der Betroffenen hat sich Marcus Fritz, der Sohn des Firmengründers spezialisiert.

Erfahrung ist gefragt


In aufwendigen Studien und Versuchen entwickelt er auf der Grundlage seiner orthopädischen Kenntnisse für jeden Einzelfall eine Lösung zum Umbau des in der Regel bereits vorhandenen Musikinstruments, damit es für die jeweilige Person wieder spielbar wird. Den fertig umgebauten Instrumenten sieht man auf den ersten Blick oft nicht an, welcher Aufwand dahinter steckt. Schließlich ist es nicht damit getan, einfach ein paar Hebel zu versetzen oder Rohre neu zu biegen.

Die Herausforderung liegt darin, die jeweils noch vorhandenen Gliedmaßen und die damit möglichen, oft geringeren Kräfte zu berücksichtigen, die beispielsweise mit teilamputierten Fingern noch aufgebracht werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass Finger keine Muskeln besitzen, sondern lediglich von Sehnen bewegt werden. Dadurch ist das Ergebnis jeder Amputation ein unwiederholbarer Einzelfall, mit nur jeweils hier geltenden Parametern. Jede Anpassarbeit eines Instruments ist daher eine besondere, individuelle Herausforderung, die keine Vorfertigung oder Rationalisierung zulässt.

Es ist von größter Wichtigkeit, jede Kleinigkeit zu berücksichtigen. Schließlich spielen Musiker nicht selten über viele Stunden auf dem Instrument. Da ist es von entscheidender Bedeutung, etwa die Schließkräfte für Hebel nicht zu schwergängig einzustellen, um Ermüdung vorzubeugen. Auch die Balance des Instruments ist eine wichtige Eigenschaft die hilft, trotz Handicap über viele Stunden beispielsweise eine Trompete spielen zu können. Die Anatomie der Rückenmuskeln ist zu berücksichtigen, wenn schwere Instrumente, wie etwa eine Tuba, von einem Behinderten gespielt wird, da dieser oft nicht in der Lage ist, das Instrument zu seiner Entlastung zwischendurch ein wenig in die Höhe zu heben. Dinge, die für Nichtbehinderte kein Problem darstellen, werden plötzlich zu einem Hindernis und fordern Marcus Fritz jede Menge Kreativität ab, Lösungen für seine Kunden zu finden, um deren Freude am Spielen eines Musikinstruments wieder zu wecken.

Da jede Amputation beziehungsweise Behinderung anders gelagert ist, müssen aufwendige Untersuchungen durchgeführt werden, um die Möglichkeiten der noch vorhandenen Extremitäten zu ergründen oder die Beweglichkeit und Belastbarkeit des Körpers zu eruieren. In besonders kritischen Fällen werden in dieser Phase befreundete Ärzte hinzugezogen, die mit ihrem Wissen zur Ausarbeitung eines behindertengerechten Musikinstruments beitragen.

Zahlreiche Parameter gilt es zu berücksichtigen. Dazu zählen beispielsweise Narben, die durch das Spielen auf dem Instrument nicht übermäßig gereizt werden dürfen. Vielfach müssen auch bestimmte Überzüge an den Hebeln der umgebauten Instrumente aufgebracht werden, um Wunden zu vermeiden oder Bakterien abzutöten. Daher werden die Umbauten nicht selten teuer versilbert, um jedes Langfristrisiko auszuschließen.

Während der Neubau etwa einer Trompete mit etwa 60 bis 80 Stunden veranschlagt wird, kann der behindertengerechte Umbau dieses Instruments ein Mehrfaches dieser Zeit in Anspruch nehmen, da nicht auf Standards zurückgegriffen werden kann. Ein Aufwand, den Marcus Fritz nicht scheut, schließlich ist für Ihn das Lächeln seiner Kunden nach dem ersten Musikstück auf den an ihre Behinderung angepassten Musikinstrumenten der eigentliche Motivator für sein Wirken.

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Mehr Informationen:

Kontakt  Herstellerinfo 
Marcus Fritz
Blasinstrumentenbau und Musikalienhandel
Lindenstrasse 10
72461 Albstadt
Tel.: 07432-3784
Fax: 07432-14645
E-Mail: info@fritz-blasinstrumentenbau.de
www.fritz-blasinstrumentenbau.de
 

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