Welt der Fertigung
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Das optimale Produktionsprogramm

Trotz knapper Rohstoffe zu mehr Gewinn

In Zeiten der Rohstoffknappheit gilt es, das eigene Produktprogramm so zu optimieren, dass ein maximaler Gewinn ermöglicht wird. Ein Tabellenkalkulationsprogramm ist sehr hilfreich bei der Suche nach Ausweichstellen im Fall von Lieferengpässen.


Aktuell ist es nur vereinzelt der Fall, dass Rohstoffe für die Produktion von Artikeln fehlen oder in zu geringen Mengen beschafft werden können. Insbesondere bei Ölprodukten kann dieses Szenario schon in wenigen Jahren verstärkt der Fall sein, wenn eine politisch erzwungene Abkehr vom Verbrennungsmotor den Ölverbrauch einbrechen lässt. In der Folge werden auch Raffineriekapazitäten stillgelegt, was Auswirkungen auf die Kunststoffindustrie haben wird.

Für solche Fälle ist es nötig, die zur Verfügung stehenden Rohstoffmengen produktoptimal einzusetzen, um durch deren Verkauf möglichst viel Gewinn zu erzielen. Angenommen, es werden drei Produkte hergestellt, die in unterschiedlichen Stückzahlen produziert werden und zudem unterschiedliche Rohstoffbedarfe bei der Herstellung haben. Für die Berechnung des optimalen Produktionsprogramms ist es egal, ob der Rohstoffverbrauch Rv in Liter, Kilogramm oder einer anderen Einheit anfällt. Aus diesem Grund wurde im folgenden Beispiel auf eine Präzisierung in der Excel-Tabelle verzichtet.


Der Trick bei der Erstellung des optimalen Produktionsprogramms ist es nun, den Deckungsbeitrag pro Rohstoffbedarfseinheit zu berechnen, also beispielsweise den Deckungsbeitrag pro Liter Öl oder pro Gramm Silber etc.

Wird ein Produkt hergestellt, das aus Kunststoff besteht, so ist natürlich der Literverbrauch gemeint.

Die Formel zum Berechnen des Deckungsbeitrags pro Rohstoffverbrauch je Stück lautet:


Für die drei Produkte ist der Deckungsbeitrag DB demnach:


Danach wird gewichtet: Die Produkte werden in einem Ranking nach ihrem Deckungsbeitrag DB sortiert. Produkt ›C‹ hat den höchsten Deckungsbeitrag pro Rohstoffeinheit, steht daher an erster Stelle. Danach folgt das zweitplatzierte Produkt und so weiter.

Das erstplatzierte Produkt ›C‹ wird nun mit der monatlich maximalen Höchstmenge zur Produktion vorgemerkt und die dazu nötige Rohstoffmenge ermittelt. Da für die anderen beiden Produkte die Rohstoffmenge nicht reicht, um beide mit der maximalen Höchstmenge zu produzieren, wird das letztplatzierte Produkt ›A‹ nur mit der Minimalmenge eingeplant und für das zweitplatzierte Produkt ›B‹ die maximale Produktionsmenge mit der verbleibenden Restrohstoffmenge ermittelt.


Es zeigt sich, dass in diesem Fall mittels einer produktoptimalen Fertigung ein zusätzlicher Betrag in Höhe von 3.450 Euro erwirtschaftet werden kann: Während die bisher getätigte Produktion nur 5.800 Euro Gewinn ermöglichte, sind es beim optimalen Produktionsprogramm satte 9.250 Euro.

Download:

Eine Excel-Tabelle zum Berechnen des optimalen Produktionsprogramms können Sie hier herunterladen [33 KB] .

 

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