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Von Ansgar Ehlefurth

Liebe Leser,

meine folgenden Schilderungen erfolgen unter einem Künstlernamen, weil es für einen aktiv forschenden Professor heute zu gefährlich ist, seine abweichende Meinung offen zu vertreten, ferner werden keine exakten Zeitangaben in meinem Lebenslauf gemacht. Zu hoch ist das Risiko, sich unbeliebt zu machen und dann Nachteile bei der Einwerbung der sog. Drittmittel zu riskieren, ohne die die Universitäten heute nicht mehr handlungsfähig sind.


Meine durchaus persönliche Geschichte beginnt Mitte der 1980er Jahre, als sich auf dem Gymnasium so langsam abzeichnete, dass ich neben einer Sprachbegabung wohl eine Begabung für Naturwissenschaften und Mathematik habe. Trotz des Kernkraftwerkunglücks in der Ukraine war ich von Kernphysik und Kernchemie sehr angetan und fasziniert von der Technologie in Kernkraftwerken.

Mein Chemie- und Physik-Lehrer musste mich letztlich aber ein wenig zum Studium drängen, denn eigentlich empfand ich die Schule als eher langweilig und erwog anfangs, eine Ausbildung zum Bankkaufmann zu machen. Das war damals noch etwas ganz Feines, waren doch hohes Ansehen und gute Gehälter bei einer Bank Garant für ein sorgenfreies Leben. Zunächst wollte ich aber Zivildienst leisten, und ich entschied mich, diesen in einem Krankenhaus zu absolvieren, weil ich Menschen helfen wollte.

Zwar gehörte ich schon zu den Jahrgängen, die sich keiner Gewissensprüfung mehr unterziehen mussten, aber das Schreiben eines „Lebenslaufes“ stellte ich mir doch irgendwie anders vor. Ohne einen Zivildienstberater hätte ich wohl eine astreine Bauchlandung hingelegt. Als mein Antrag bewilligt war, wurde ich zunächst zu einem Zivildienstseminar „verdonnert“, wo wir 4 Wochen lang geschult wurden. In was wurden wir nochmal schnell geschult?

In Erinnerung ist mir eigentlich nur geblieben, dass das Münztelefon in der Telefonzelle für die wenigen Telefonate mit meiner damaligen Freundin das Geld schneller verschlang als wir den Sold erhielten, und dass ich mir das Zimmer mit einem schnarchenden Kumpanen teilen musste. Ich habe diese 4 Wochen eher so in Erinnerung behalten, dass man uns zeigen wollte, wie gut es uns im Vergleich zu Wehrdienstleistenden ging und dass wir Drückeberger sind.

Diese Zeit verging irgendwie, und dann begann der Ernst des Lebens eines Zivildienstleistenden. Ich wurde einer Station in einer Universitätsklinik zugeordnet und hoffte, so ein wenig Einblick in den Universitätsbetrieb zu erlangen. Leider kam ich nicht gut damit zurecht, dass die Hälfte der Patienten Krebspatienten waren, und so bin ich beinahe mit jedem Patienten mitgestorben, eine Erfahrung, die ich später viele Jahre lang verarbeiten musste und wohl noch immer nicht ganz verarbeitet habe.

Dazu kam, dass man seitens der Pflegekräfte den Zivildienstleistenden deutlich zeigte, wo sie hierarchisch standen, nämlich bei „Minus irgendwas“. Es kam nicht so gut an, wenn ich eine „Schwester“ auf einen Fehler aufmerksam machte. Allerdings las ich mich sehr schnell in die medizinische Literatur des Faches ein, und nach ca. einem halben Jahr begannen mich die Ärzte der Station verstärkt in die Arbeiten einzubinden, so dass ich sogar der inoffizielle Leiter des „Verbandszimmers“ wurde.

Einmal durfte ich sogar im OP mithelfen. Die Stationsschwester hat mir danach aber immer klar gezeigt, wo ich stehe, indem ich dann zu Botendiensten oder sonstigen nicht unbedingt anspruchsvollen Arbeiten abgestellt wurde. Bei den Pflegekräften kam niemand auf die Idee, aus einem irgendwie nicht so ganz blöden jungen Mann mehr Nutzen zu ziehen. Prägend blieb mir in Erinnerung, wie die Kliniken schon damals bzgl. der Bettenzahl unter Druck gesetzt wurden.

Nach ein paar Monaten wunderte ich mich nicht mehr, warum manchmal montags auf einmal „full house“ war und die Klinik beinahe aus allen Nähten platzte. Dem Klinikdirektor wurde seitens der Verwaltung die Auslastung angekreidet, in der Folge wiesen die Assistenzärzte in der Ambulanz in der Vorwoche eben verstärkt Patienten stationär ein, von denen die meisten dann spätestens dienstags aber wieder entlassen wurden. So kann man auch dafür sorgen, dass die Leute statistisch signifikant krank sind.

Die Zivildienstzeit verging, und endlich konnte ich mein Studium der Chemie und Physik beginnen. Wir waren mehr als 200 Erstsemester, und schnell schloss ich mich einer „Clique“ von 5 Personen an, die ihr Studium mit Spaß und Ernst verfolgten. Ich kam sehr gut mit den vielen Freiheiten zurecht, die wir im Diplom-Studiengang damals noch hatten. Ich besuchte weitere Veranstaltungen außerhalb des offiziellen Studienplans, und neben der Chemie im Hauptfach faszinierten mich noch Physik und Biochemie.

Leider musste ich irgendwann feststellen, dass auch mein Tag nur 24 Stunden hat und ich auch meinen Lebensunterhalt irgendwie finanzieren musste. Und schlafen musste ich von Zeit zu Zeit auch irgendwie. Vielleicht auch wegen der Erfahrungen in meinem Zivildienst schloss ich mein Studium nach 9 Semestern inklusive Diplomarbeit mit „1.0“ ab. Die Freunde in meiner „Clique“ folgten schnell, und am Ende waren wir keine 10 Leute, die das Studium in der Regelstudienzeit von 10 Semestern schafften.

Schon während des Studiums interessierte mich die Kombination aus Chemie und Physik vermehrt, so dass ich meine Doktorarbeit in diesem Fach begann. Glücklicherweise war ich begabt genug, um für meine Promotion ein Stipendium zu erhalten, denn mein Doktorvater hatte leider keine reguläre Stelle für mich. Dass es pro Jahr nur 15 dieser Stipendien in ganz Deutschland gab, war zwar eine schöne Anerkennung, aber mein Stipendium ging ja nur über 2 Jahre, bei unklarer Anschlussfinanzierung.

Die Einwerbung von „Drittmitteln“ war damals erst im Kommen, die Professoren konnten sogar mit Haushaltsmitteln Themen für Doktorarbeiten vergeben. Unser Institut hatte eine gute Mechanik- und Elektronik-Werkstatt, so dass man die ein oder andere verrückte Idee verfolgen konnte. Wohl auch wegen des Zeitdrucks wurde ich dann nach weiteren 2 ½ Jahren mit „summa cum laude“ promoviert, wobei mein Doktorvater irgendwo noch eine 6-monatige Anschlussfinanzierung hervor kramte.

Da stand ich nun: jung und promoviert aber ohne klare Perspektive kurz vor der Sozialhilfe. Zu jener Zeit ging gerade der letzte „Elektroauto“-Hype zu Ende. Ich erinnere mich noch gut, wie eine Auto-Firma aus Süddeutschland verkündete „In 3 Jahren bringen wir das Brennstoffzellenauto auf den Markt“. Daraus ist bekanntlich nichts geworden, die damalige Energieforschung wurde schnell abgewickelt, ferner stellte die Industrie keine Leute mehr ein. Viele meiner Kommilitionen, die kurz nach mir promoviert wurden, schrieben bis zu 300 Bewerbungen, ohne manchmal überhaupt eine Eingangsbestätigung zu erhalten.

Manche sind wirklich arbeitslos geworden, manche gingen ins Ausland, manche wurden umgeschult, und der ein oder andere machte sich in der Not selbständig – manchmal mehr schlecht als recht. Etwa zu dieser Zeit hörte ich das erste Mal etwas von einer „Klimakatastrophe“, und das Lebensgas Kohlenstoffdioxid (CO2) wurde auf einmal als Klimakiller gebrandmarkt. Aus meiner eigenen Erinnerung konnte ich lediglich bestätigen, dass es wärmer geworden ist und es in den Wintern tendenziell weniger Schnee gab, aber große Bedeutung ordnete ich dieser Diskussion nicht zu.

In viel Schnee sah ich nie einen Sinn, das Zeug macht eigentlich nur Ärger, ferner wusste ich aus der Schule noch von den natürlichen Klimazyklen, die man sogar in den Geschichtsbüchern finden kann. Ferner sind die Menschen nun mal ja eben da, und würde man die Nutzung „fossiler“ Energieträger verbieten, würde die gesamte Wirtschaft Kopf stehen, mit der Folge bitterer Armut. Ich begab mich auf die Suche nach einer Habilitationsstelle, denn mein Doktorvater stand kurz vor der Pensionierung, so dass er mir keine Perspektive bieten konnte.

Zu diesem Zeitpunkt musste ich erstmals feststellen, dass ich in Abhängigkeiten war, die ich nicht absehen geschweige denn direkt beeinflussen konnte. Wegen der Wirtschaftskrise blieben viele Promovierte an den Universitäten, die eigentlich lieber ihr Glück in der Industrie gesucht hätten.

Am ehesten kamen noch diejenigen unter, die bei Professoren mit guter Industrieanbindung promovierten. Für mich war das nichts, weil mir die wissenschaftliche Tiefe solcher Themen fehlte. Immerhin wurde ich von 3 Professoren zur Vorstellung als Habilitand eingeladen, wobei jedoch nur in 2 Fällen ein tragfähiges Konzept erreicht wurde. Bei einem hätte ich ein Stipendium bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beantragen müssen, worauf ich nach meinem Promotionsstipendium und den unwägbaren damit verbundenen Unsicherheiten keine große Lust mehr hatte.

Nach ein paar Nächten des Abwägens zog es mich dann an eine größere Technische Universität, wo ich als Habilitand eigene Forschungsarbeiten beginnen konnte. Ich werde hier nicht zu viel verraten, aber ich beschäftigte mich mit einem Thema, in dem ich neuartige Systeme auf sehr grundlegender Basis erforschte. Anfangs klappte – natürlich – gar nichts, und nach einem Jahr hatte ich kein weitergehend verwertbares Ergebnis. Ich hatte die Komplikationen ein wenig unterschätzt, zumal damals schon der „publish oder perish“-Hype in vollem Gange war.

Ein Habilitand musste publizieren, publizieren und noch einmal publizieren, und als ich gerade an meiner ersten Publikation in meinem neuen Arbeitsgebiet schrieb, hatten Habilitanden-Kollegen im selben Haus schon deren 10 papers. Zu jener Zeit wurden die Drittmittel immer wichtiger. Befeuert wurde diese Änderung der Hochschulpolitik durch Einführung der W-Besoldung. Die rot-grün-linken Medien prägten den Begriff vom „faulen Professor“, und ehe man sich versah, wurden unter der ersten rot-grünen Bundesregierung ein neues Hochschulrahmengesetz und die W-Besoldung eingeführt.

Der „faule Professor“ sollte in der Folge kein Gehalt mehr mit seinen Steigerungen erhalten (C3/C4-Besoldung), sondern nur noch ein Grundgehalt mit Leistungszulagen (W2/W3). Dazu wurde die Juniorprofessur (W1) eingeführt.

Rotstift an falscher Stelle angesetzt


Alleine die Zahlen suggerieren schon, dass die W3-Besoldung unter der C4-Besoldung, die sie ersetzt hat, liegen muss. Nun konnten weder ich als C1-Habilitand noch mein Mentor als C4-Professor über Arbeit klagen, und nicht selten stand ich mehr als 12 Stunden im Labor, denn so leicht gab ich mich trotz der anfänglichen Misserfolge nicht geschlagen.

In akribischer Kleinarbeit konnte ich das Thema doch noch zum Erfolg führen, und bei meiner Habilitation nach 6 Jahren konnte ich immerhin insgesamt 20 referierte internationale Publikationen vorweisen. Na ja, meine Habilitanden-Kollegen hatten teilweise 50 Publikationen, allerdings stand ich besser da, wenn man die Zahl der Publikationen durch die Zahl der Autoren dividierte J. Förderlich war auch, dass mich die DFG mit Reisekostenzuschüssen unterstütze und ich auch wieder Stipendien hatte, die mir ein paar freie Mittel einbrachten.

Dazu kam ein bewilligter DFG-Antrag, der später bei meinen Bewerbungen auf Professuren noch eine Rolle spielen sollte. Nach 6 Jahren war es also vollbracht, und ich war Privatdozent im Bereich Physik/Chemie. Was nun ? Die Habilitation ist zu diesem Zeitpunkt zumindest in den Naturwissenschaften ja der einzige Weg zu einer Professur gewesen, und klar war auch, dass ich an dieser Universität nicht bleiben könne, zumindest nicht als ordentlicher Professor.

So kam es dann, dass ich mich auf rund 10 Professuren im weiteren Bereich meines Arbeitsgebietes bewarb. Zum „Vorsingen“ wurde ich leider nur einmal eingeladen, und ich hatte das große Glück, dass ich auf eine Berufungskommission traf, die fasziniert davon war, dass ich ein neues Arbeitsgebiet wagte, das es so noch nicht gab. Als Vorteil sah man auch, dass ich als Habilitand schon Drittmittel einwarb, wo es möglich war, und man lobte ausdrücklich meinen DFG-Antrag.

In einem Gutachten hieß es später, dass ich wohl das höchste Potential aller Kandidaten hätte, Drittmittel einzuwerben. So erhielt ich den Ruf primo loco, und mit Mitte 30 war ich dann ordentlicher Professor, zum Glück noch in der C-Besoldung. Mich interessierte natürlich, warum ich bei den anderen Professuren nicht einmal eingeladen wurde. Hinter vorgehaltener Hand hieß es dann, meine Arbeiten seien wissenschaftlich unbedeutend, mein „Hirsch-Index“ sei viel zu gering, und überhaupt habe man andere Interessen.

Was nur ist der Hirsch-Index? Ich hatte keine Ahnung. Um dies zu verstehen, muss man ein wenig in die Vergangenheit schauen. Die deutschen Universitäten waren im frühen und mittleren 20. Jahrhundert Hochburgen der Grundlagenforschung. Wesentliche Impulse in den Naturwissenschaften kamen aus Deutschland bzw. dem deutschsprachigen Raum, genannt seien hier Leute wie Max Planck, Albert Einstein, Werner Heisenberg, Conrad Röntgen, Konrad Zuse und viele andere.

Diese Leute konnten sich im Rahmen der Möglichkeiten an den gut ausgestatteten Universitäten und Forschungszentren recht frei den Grundlagen widmen, niemand fragte danach, zu was diese Forschung denn gut sei. Es war eben „schick“ zu studieren, zu promovieren und vielleicht sogar Professor zu werden, und als Professor war man eine hochangesehene Persönlichkeit, während man heute von der Politik als Professor eher wie ein Erstklässler behandelt wird.

Die Wissenschaft ist sehr facettenreich, und ganz gewiss herrscht nicht immer Friede und Einigkeit. Einstein wurde anfangs völlig missverstanden, aber auch in der jüngeren Vergangenheit gibt es Fälle, in denen die Bedeutung von Forschungsergebnissen nicht erkannt wurde. Als Daniel Schechtman seine Ergebnisse zu ungewöhnlichen Kristallen, die er „Quasi-Kristalle“ nannte, veröffentlichte, wurde ihm vorgeworfen, dass es keine Quasikristalle gebe.

Ein Nobelpreisträger sagte über ihn: „There are no quasi-crystals, there are only quasi-scientists“. Der Hirsch-Index von Daniel Schechtman war eher bescheiden, und er wurde als Quasi-Wissenschaftler, ja sogar Leugner der Kristallographie, gemieden. Irgendwann kam es aber so, dass andere Gruppen seine Ergebnisse bestätigten, und Daniel Schechtman erhielt 2011 den Nobelpreis für Chemie. Heute hat er einen ganz ordentlichen Hirsch-Index und ist dazu ein sehr warmherziger Mann, der keinerlei Star-Allüren hat.

Was ist nun dieser Hirschindex? Das drückt man am besten mit Zahlen aus. Ein Hirschindex von 30 bedeutet, dass ein Forscher 30 Publikationen geschrieben hat, die jede mindestens 30x zitiert wurden. Einen solchen Hirsch-Index erwartet man heutzutage mindestens von einem C4/W3-Professor um das 40. Lebensjahr. Ein hoher Hirsch-Index kann auf einen hervorragenden Wissenschaftler hindeuten, ein niedriger Hirschindex bedeutet aber keineswegs, dass man es mit einem Vollpfosten zu tun hat.

Vielleicht hat derjenige einfach nur Pech, dass ein Arbeitsgebiet nicht „sexy genug“ ist. Und da beginnt nun das Problem. Vor 20 – 30 Jahren war eine C4-Professur dahingehend ausgestattet, dass es am Institut bzw. im Arbeitskreis eine Vollzeitsekretärin gab, 3 – 5 volle Wissenschaftlerstellen waren üblich, dazu kamen Stellen für Laboranten und Werkstattmitarbeiter. Die Stelle meines Habilitations-Mentors war mal so ausgestattet, aber während meiner nur 6 Jahre dauernden Habilitationszeit wurde die Stelle im Sekretariat auf eine halbe Stelle gekürzt, die C2-Stelle fiel einfach weg, eine Laborantenstelle wurde nicht wiederbesetzt, und auch die Werkstattstelle wurde gestrichen.

Meine ehemalige C1-Stelle verschwand irgendwann auch in den Tiefen des Haushalts. Dem Nachfolger gab man dann immerhin noch 2 frei besetzbare Stellen für Wissenschaftler, eine halbe Stelle im Sekretariat und eine Laborantenstelle, dazu einen akademischen Rat aus der „alten Zeit“. Tja, so sieht heute eine typische W3-Stelle aus, und auch meine Professur sah anfangs nicht viel anders aus. Ich lernte an meiner Universität schnell, dass sich – mit Ausnahme des ein oder anderen Kollegen – niemand für meine wissenschaftliche Arbeit interessiert.

In Verwaltung und Präsidium zählen nur die sog. „Drittmittel“, die Zahl der Abschlüsse (Promotionen, Master, Bachelor) und ein ganz klein wenig der Hirsch-Index. Jedes Jahr erhalten wir unseren Evaluierungsbogen (wie ein Zeugnis), und in der Tat spielt es heute eine Rolle, ob man sich in Gremien engagiert. Ja, ja, so ist das heute, für Gremienarbeit erhält man als Professor heute eine gute Note. Zu meinem Glück oder Unglück, ich bin mir nicht mehr ganz sicher, erhielt ich vor ein paar Jahren einen Ruf auf einen anderen Lehrstuhl an einer großen deutschen Universität.

Ich verrate auch hier nicht zu viele Details, aber das Berufungsverfahren lief vor „Fukushima“, den Ruf erhielt ich nach „Fukushima“. Meine Verhandlungen hier wie dort waren von diesem Industrieunfall nicht beeinflusst, es spielte nirgendwo eine Rolle. Am Ende waren es Kleinigkeiten, die mich dazu bewogen, das Bleibeangebot meiner Heimatuniversität anzunehmen, und heute habe ich eine Ausstattung, die der nahe kommt, die ich während meiner Habilitationszeit bei meinem Mentor mitnutzen konnte.

Der Pferdefuß ist allerdings, dass die Gehaltsverhandlungen nervig waren. Nur wegen meiner hohen Drittmittelstärke und meines guten Hirsch-Index konnte ich ein Gehalt erzielen, das äquivalent zu dem ist, das ein C4-Professor früher mit Zweitruf erhielt, allerdings mit Ziel- und Leistungsvereinbarungen, für deren Erklärung ein eigener Beitrag erforderlich wäre. Einem weniger drittmittelstarken recht neu berufenen Kollegen hat man auf einer W3-Stelle kürzlich gerade mal ein Gehalt angeboten, das früher einem C3-Gehalt äquivalent gewesen wäre.

Höhere Besoldung oft nur noch für Ausländer


Haben sich die Universitäten in der Anfangsphase der W-Besoldung noch bemüht, Rufinhabern ein C3/C4-äquivalentes Gehalt zu bieten, nutzen die meisten Universitäten heute gerne diese gesetzlich vorgeschriebene Sparmöglichkeit, um die Kolleginnen und Kollegen in Abhängigkeiten zu drängen, insbesondere bzgl. der Drittmittel. Höhere Gehälter erhalten eigentlich nur noch Kollegen, die aus dem Ausland berufen werden, denn die Deutschen sind heute ja offenbar so schlecht, dass sie einer angemessen Besoldung nicht mehr wert sind.

Von einem Ingenieur werden heute mindestens 600.000 EUR Drittmittel pro Jahr erwartet, in den Naturwissenschaften liegen die erwarteten Zahlen je nach Fach zwischen 100.000 und 300.000 EUR. Die „Drittmittel“ sind zu einer zweiten Währung verkommen, die mittlerweile als Leistungsparameter angesehen werden. Ich kenne einen Kollegen, der ordentlich publiziert (Hirsch-Index um 30) aber wenige Drittmittel hat. Prompt hat man ihm eine Stelle aus seinen Berufungsvereinbarungen gestrichen.

Heutzutage kann man sich nur noch durch einen Zweitruf im Gehalt verbessern, und es sei jeder Kollegin bzw. jedem Kollegen empfohlen, sich auf andere Professuren zu bewerben, auch wenn man dann vielleicht weggehen muss. Aber da schließt sich nun der Kreis, denn die Chancen auf einen Ruf hängen auch davon ab, wie viele Drittmittel man eingeworben hat, ferner wird der Hirsch-Index herangezogen. Letzterer ist an den bis zum Erbrechen besparten Universitäten nur noch dann in höhere Bereiche zu bringen, wenn man mit vielen Drittmitteln viele Mitarbeiter beschäftigen kann.

Das setzt voraus, dass man viele Anträge schreibt und sehr gute Mitarbeiter anwirbt. Ich selber habe in meiner bisherigen Zeit als Professor gut 8 Millionen EUR an Drittmitteln eingeworben, und mein Hirsch-Index bewegt sich mit strammen Schritten auf die 50 zu, trotzdem gibt es wenig Grund zur Freude, denn die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert.

In den Naturwissenschaften ist es üblich, dass ein Professor 2 – 3 laufende DFG-Projekte hat, das entspricht einer Drittmittelsumme um 150.000 EUR pro Jahr, wobei Doktoranden mit einer 50% - 66% Stelle bezahlt werden, allerdings bei 100 + x % Arbeitsleistung. Das war so weit akzeptiert, etwa die gleiche Summe wurde durch die Universität gegeben. Ein C3/W2-Professor konnte so bei überschaubarem Antragsaufwand „in Ruhe“ forschen und seiner Lehrverpflichtung nachkommen.

Die Drittmittelstellen wurden schon immer für die Lehre mit eingeplant, so dass die Universitäten diese Stellen für die Ausbildung nicht bereitstellen mussten. On top kommen dann Projekte des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die aber nicht planbar sind, da man sich heute immer nach einer Ausschreibung richten muss und auch das passende Konsortium bereithalten muss. Das BMBF fördert eigentlich nur größere Projekte.

Hat man ein BMBF-Projekt, kann man sich glücklich schätzen, denn ein solches Projekt bringt für eine einzelne Gruppe schon mal 700.000 EUR Drittmittel für 3 Jahre, planen kann man aber gar nichts. Bei DFG- und BMBF-Projekten gibt es dazu noch eine sog. Projektpauschale von aktuell 20%, die dringendst nötig ist, um gerade die Universitäten überhaupt arbeitsfähig zu machen. „Meine“ Universität gibt glücklicherweise einen Teil dieser Pauschale an die Professoren weiter, es gibt aber auch Universitäten, die jeden Cent einkassieren und die Professoren im Regen stehen lassen.

Ist dann mal ein Gerät kaputt, steht man da wie ein begossener Pudel, da BMBF und DFG die Reparatur als Aufgabe der (kaum vorhandenen) Grundausstattung sehen. „Pech gehabt“ trifft die Situation dann ganz gut. Grundsätzlich hört sich diese Finanzierung nicht schlecht an, wären da nicht die geringen Bewilligungsquoten. Als ich Habilitand war, bestand statistisch eine Wahrscheinlichkeit von 80 % für die Bewilligung eines DFG-Antrags.

Beim BMBF war es so, dass derjenige, der eine gute Idee und ein gutes Konsortium hatte und die im BMBF bzw. bei den Projektträgern vortragen konnte, auch irgendwie Geld für diese Forschung erhielt, wenn das Thema in die politischen Rahmenbedingungen passte. Als ich zum ersten Mal berufen wurde, lagen die Chancen für einen bewilligten DFG-Antrag um 60 – 70 %, seit ca. 3 Jahren muss die DFG auch Anträge ablehnen, die zur Förderung empfohlen wurden, und aktuell lehnt die DFG rund 70% der Anträge ab.

Was ist passiert, zumal sich der Haushalt der DFG nicht wesentlich verändert hat? Vor ein paar Jahren kamen die deutschen Politiker auf die Idee, „Elite-Universitäten“ zu küren. Man hatte zwar verstanden, dass die Universitäten bis zum Erbrechen bespart und an den Rand der Handlungsunfähigkeit gedrängt wurden (immerhin), aber anstatt die individuelle Exzellenz zu fördern, meinte man, gleich ganze Universitäten fördern zu müssen.

Es war klar, dass überhaupt nur größere Universitäten eine Chance in der „Exzellenzinitiative“ hatten, und so war es nicht verwunderlich, dass die Universitäten in München aber auch die Universität Karlsruhe wie auch ein paar andere in den Elitestatus erhoben wurden, dabei haben die Universitäten so eigentlich nur die zuvor beschlossenen Sparmaßnahmen kompensiert. Zumindest in Karlsruhe ist das aber wohl irgendwie schief gegangen, denn wenige Jahre später hat man den Elitestatus wieder verloren.

Also, zuerst Elite, dann wieder keine Elite, obwohl en gros dieselben Personen evaluiert wurden. Es kann einfach nicht funktionieren, wenn Politiker meinen, Elite definieren zu können. Aber es kam noch schlimmer, denn die meisten Anträge aus der „Exzellenzinitiative“ wurden abgelehnt. Und was tut man, wenn man einen abgelehnten Antrag mit einer guten Idee geschrieben hat? Richtig, man reicht ihn bei der DFG im Normalverfahren ein.

Und dann schlägt eben die Mathematik zu: Wenn bei gleich bleibendem Zähler der Nenner einer Bruchzahl immer größer wird, wird die resultierende Zahl eben immer kleiner. In der Konsequenz sinken die Bewilligungsquote und die bewilligten Mittel. Heute ist es so, dass man sich mit DFG-Projekten arm forschen kann, das Geld reicht hinten und vorne nicht.

Es ist nicht absehbar, wann diese Krise bei der DFG enden wird, andererseits sollen die Professoren von Jahr zu Jahr aber mehr Drittmittel einwerben. Auch das kann nicht funktionieren, aber Politiker sind offenbar unfähig, aus ihren Fehlern zu lernen.

Jubel bei den Ökos


Ich erinnere mich noch sehr gut an den 11. März 2011, in der öffentlichen Wahrnehmung heute als „Fukushima“ verankert. Ich war im Auto unterwegs, als im Radio berichtet wurde, dass der Tsunami das „Atomkraftwerk“ überspült hatte und die Batterien für die Pumpen nur noch eine Stunde die Kühlung garantieren würden.

Ich war schockiert, dass eine hochentwickelte Nation wie Japan so blöde sein kann, bei einem Kernkraftwerk an der Küste nicht dafür zu sorgen, dass ein Tsunami, wie er in Japan immer wieder vorkommen kann, keinen Schaden anrichtet. Es hätte bei der Planung genügt, die Notstromaggregate einfach „oben“ anzubringen, damit die Kühlung weiterhin gesichert ist.

Na ja, jeder weiß, was dann geschah. Bei den Ökos aller Parteien haben wohl die Sektkorken geknallt, weil nun klar war, dass der von der CDU-geführten Bundesregierung aufgeschobene Atomausstieg in Deutschland sehr schnell erfolgen wird. Dass die armen Menschen infolge des Tsunamis umgekommen sind (kaum einer durch die vermeidbare Havarie des Kernkraftwerks), wurde im von den rot-grün-linken Medien dominierten Deutschland einfach ignoriert.

Baden-Württemberg hat nun eine grüne Landesregierung, Tübingen einen aktivistischen grünen Bürgermeister, und in einigen anderen Landesregierungen führen die Grünen das Zepter, wohl auch in der aktuellen Bundesregierung. In meinem persönlichen Empfinden gab es zwar schon 2011 eine heiß umkämpfte Klimadiskussion, aber ich habe diese stets als Spinnerei abgetan, nach dem Motto „Lass die doch reden….“. „Fukushima“ hat die Karten allerdings neu gemischt.

Die Bundeskanzlerin sah sich auf einmal in einer bösen Falle. Hat sie kurz vorher noch einer Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke zugestimmt, sah sie sich auf einmal dem Druck der Öffentlichkeit ausgesetzt: „Wir haben es doch immer gesagt, dass die Kernenergie nicht sicher ist.“. Angesichts des Erstarkens der Grünen (Trittin peilte schon die 20% an) habe ich mich oft gefragt, was ich als Bundeskanzler getan hätte, denn die nächsten Wahlen waren ja für 2013 angesetzt – das ist nicht viel Zeit in der Politik.

Die Ökos sind bis in die Universitäten bestens vernetzt, so dass der Druck auf die Bundesregierung zugenommen hätte. Schröder war bei der ersten rot-grünen Bundesregierung bzgl. des „Atomausstiegs“ in gewisser Weise noch klug, denn er wusste genau, dass Deutschland in den kommenden 200 – 300 Jahren nicht unbedingt die Kernenergie benötigt, denn es gibt reichlich Braunkohle. Die ebenfalls reichlich vorhandene Steinkohle ist im Moment nicht wirtschaftlich zu fördern.

Da kommt dann aber das nächste Problem, das Deutschland vielleicht das Genick brechen wird. Verschiedene Aktivistengruppen haben sehr geschickt die „Klimakatastrophe“ in den Köpfen verankert, insbesondere in den USA, in Australien und in Deutschland. Dazu brauche ich nicht viel zu schreiben, man sieht und hört es ja tagtäglich in den deutschen Medien und Zeitungen, dass die Emission von CO2 zu einer ungebremsten Erwärmung führen soll.

Dabei frage ich mich immer, warum die Natur sich ein überlebensnotwendiges Gas, ohne das die Menschheit verhungern würde (Photosynthese), als Klimakiller aussuchen soll – wie auch immer. Gehe ich zurück in meine Studentenzeit, kann ich nicht aufhören, mich zu wundern. Haben wir im Physikstudium noch gelernt, dass es keinen „Schwarzen Strahler“ gibt, wird nun die Erde mit ihren Ozeanen wie ein solcher schwarzer Strahler behandelt und eine „mittlere Oberflächentemperatur“ von -18 Grad berechnet, die nur durch die „Treibhausgase“ auf angenehme +15 Grad erhöht wird.

Es hat gar keinen Sinn, dazu viel zu schreiben, denn die Aktivisten haben ja auch den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik für ungültig erklärt.

Ein Kollege, Professor für Experimentalphysik, schrieb mir mal, dass es in der Troposphäre natürlich kälter werden muss, wenn die menschengemachten Treibhausgase die Oberfläche erwärmen. Wow, ein perpetuum mobile der zweiten Art, warum bin ich da nicht selber draufgekommen? Sachdiskussionen sind nicht mehr möglich, auch kaum noch im Kollegenkreis, fragt man aber nach einem experimentellen Beweis für den Treibhauseffekt, wird man auf die Kindergartenversuche mit CO2-gefüllten kleinen Gewächshäusern verwiesen.

Zu blöde nur, dass diese sich ähnlich wie mit CO2 aufwärmen, wenn man sie mit Argon füllt. Selbst wenn man die Ökos mit solchen Experimenten konfrontiert, wird man als „Klimaleugner“ bezeichnet. Bei gewissen aktivistisch veranlagten Menschen gelten keine Sachargumente mehr, wissenschaftliche Diskussionen sind unmöglich. Es hat sich nun in den deutschen Köpfen durch die mediale Dauerindoktrination felsenfest verankert, dass Kernkraftwerke intrinsisch unsicher sind und Kohlekraftwerke das Klima killen.

Ich bin gespannt, wann die Deutschen realisieren, dass sie bald auch zum Sparen von Erdgas gezwungen werden. Denn bei der Verbrennung von Erdgas entstehen CO2 und Wasserdampf, und Wasserdampf ist ja das eigentliche Treibhausgas in den Klimamodellen – oh weh! Hätten wir noch eine funktionierende Forschungslandschaft, könnte ich an dieser Stelle sagen „Ach, lass die reden und machen ….“. Ich würde meine DFG-Anträge schreiben, mich an BMBF-Ausschreibungen beteiligen und ansonsten meiner Forschung nachgehen und mich in der wenigen Freizeit meiner Familie und meinen wenigen Hobbys widmen. Leider scheint dies vorbei zu sein.

Meine Kinder klagen, dass sie in der Schule regelmäßig zum Energiesparen angehalten werden, um das Klima zu retten. Im Unterricht tauchen schon mal „Klimaschützer“ auf, die als eine Art Wanderprediger von Schule zu Schule ziehen. Die Räume sind nicht richtig geheizt, und ich frage mich, ob die Zunahme von Erkältungen in unserem Umkreis auch damit zu tun hat. Schlimmer noch, diese jungen Menschen habe ich dann in den Vorlesungen sitzen.

Wenn ich die Hauptsätze der Thermodynamik erkläre und darauf hinweise, dass der 2. Hauptsatz auch bzgl. Strahlungsübergängen bis heute nicht widerlegt wurde, schaue ich in ungläubige Gesichter. In der Physik lernen die Studenten heute nicht einmal mehr ordentlich die Grundlagen, man kann heute einen Masterabschluss in Physik erlangen, ohne die Strahlungsphysik zu kennen.

Je nach Universität gibt es dann aber Vorlesungen zur Physik der Solarzellen, und viele Studenten glauben nach jahrelanger Indoktrination, dass man Deutschland mit Solarstrom versorgen kann und nur noch schnell das Speicherproblem lösen müsse. Konfrontiert man sie mit der einfachen Rechnung, wieviel elektrische Energie Deutschland mindestens speichern muss, um eine 4-wöchige Flaute im Winter sicher überbrücken zu können, wird vielleicht einem von 50 Studenten bewusst, welche Kostenlawine resultieren würde.

Und selbst wenn ich die Kosten im hohen einstelligen Billionen-Euro-Bereich vorrechne, sagen viele „Die Energiewende ist trotzdem alternativlos“. Das muss ich dann nicht verstehen. Leider kann ich an dieser Stelle eben nicht mehr einfach sagen, „Lass die reden …..“, denn die Hochschulfinanzierung ist derart prekär, dass wir keine andere Wahl mehr haben, als Drittmittel einzuwerben.

Bei der DFG ist es auf unabsehbare Zeit weiterhin schwierig, und bei den Bundesministerien ist alles auf die „Energiewende“ ausgerichtet. Das wäre nicht weiter schlimm, auch bei anwendungsorientierten Projekten gibt es immer genügend Freiraum für Grundlagenforschung, aber bei Rückweisungsquoten von aktuell 75 – 95 Prozent beim BMBF überlegt man es sich als noch aktiver Professor mehrfach, ob es Sinn macht, sich eine öffentlich vom mainstream abweichende Meinung zu erlauben.

Viel zu hoch ist das Risiko, dass bei solchen Ablehnungsquoten persönliche Aspekte eine Rolle spielen. Und wer will schon einem Kernkraftbefürworter oder, schlimmer noch, einem Klimaleugner Forschungsgelder geben? Nein, nein, das Risiko kann niemand eingehen, und so verwundert es nicht, dass nahezu ausschließlich pensionierte Kollegen die Stimme erheben.

Mediale Hexenjagd auf Unkäufliche


Und selbst das funktioniert nicht, denn die werden dann von den rot-grün-linken Medien als „senil“ oder „Ewiggestrige“ bezeichnet. So ähnlich muss das in der Zeit der Hexenverbrennung gewesen sein.

Was wird nun aus den Universitäten? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht genau. Tatsache ist, dass die Besparung der Universitäten nicht enden wird. Heutige Lehrstühle sind nur noch ein Schatten derer vor 30 Jahren, und die „Drittmittel“ sind die wichtigste Währung geworden.

Zumindest an meiner Universität interessiert sich niemand für meine wissenschaftlichen Ergebnisse, es zählen faktisch nur die Drittmittel. Ich persönlich verwende viel Zeit für das Schreiben von Anträgen, und eigentlich bin ich zum Forschungs-Manager verkommen. Ohne gute Mitarbeiter, und die darf ich mir zum Glück noch selber aussuchen, könnte ich nicht mehr viel bewegen.

Es würde mich nicht wundern, wenn bald Quoten vorgegeben würden und mir vorgeschrieben wird, wie meine Gruppe auszusehen hat. Es gibt auch heute noch die hervorragenden kritischen Studenten, aber ich habe den Eindruck, sie sind weniger geworden. In meinen Vorlesungen habe ich eher den Eindruck, Kinder zu unterrichten als junge Erwachsene.

Höchstoriginelle Grundlagenforschung erwarte ich von den deutschen Universitäten in der näheren Zukunft nicht mehr, falls Deutschland die selbstmörderische Energiewende überhaupt überleben wird. Und selbst wenn, die nächste Narretei steht bestimmt schon in den Startlöchern.

Sollte sich die Erde aufgrund der natürlichen Klimazyklen nun abkühlen, würde es 10 Jahre später heißen, dass CO2 dafür verantwortlich ist. Man wird dann irgendeine Messung aus dem Hut zaubern, die beweist, dass in der Tropospohäre vermehrt Energie abgestrahlt wird, es würde also wegen der Treibhausgase zunächst wie erwartet wärmer, dann aber wieder kälter werden, bis hin zu einer Eiszeit. Irgendwas wird den Protagonisten schon einfallen, und die Medien werden durch Dauerindoktrination diese Botschaft in den Köpfen tief und fest verankern.

Die Waldsterben-Lüge haben die Deutschen ja auch schnell vergessen, und „climate gate“ wurde von den rot-grün-linken Medien in Deutschland faktisch verheimlicht. Es könnte dann aber noch schlimmer kommen, denn nach den Erdumlaufparametern wird eine kleine Eiszeit ca. im Jahre 2400 zu erwarten sein, wenn sich die 400-jährigen Zyklen fortsetzen, wovon aber auszugehen ist.

Die Universitäten werden meines Erachtens mehr und mehr dazu umfunktioniert, gesellschaftliche Probleme zu lösen, allen voran die allseits geliebte Energiewende umzusetzen. Sachargumente spielen schon heute keine Rolle mehr, und die aktuelle Bundeskanzlerin lebt vor, dass das Wohl der Partei wichtiger ist als das des Landes. Sie verkauft lieber die Seele der CDU und deklariert eine mörderische Energiewende als alternativlos, anstatt mit einem Stab von seriösen Wissenschaftlern herauszuarbeiten, dass es in Deutschland nur die Wahl zwischen Kohle- und Kernkraftwerken oder eine Kombination davon für die Grundlast gibt.

Die rot-grün-linken Medien haben so leichtes Spiel, Volk und Regierung vor sich herzutreiben und in Handlung und Meinung beliebig zu beeinflussen. Es ist sicher nicht ganz falsch, unser Land als „Energiewende-Deutschland“ zu bezeichnen, in dem der „Klimaschutz“ ganz oben auf der Agenda steht, dem sich alles unterzuordnen hat. Aus einem nicht bewiesenen und nicht beweisbaren „Treibhauseffekt“, der nur in Computersimulationen existiert bzw. auf experimentell nicht verifizierbaren Annahmen beruht, hat sich auf allen Ebenen eine faktische Ökodiktatur entwickelt.

1. Januar 2015, Ansgar Ehlefurth, ordentlicher Universitätsprofessor.

 

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