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Staubsaugerdüsen schnell montiert

Neue Montagelösung von Stein

Der Staubsauger, schon vor über 100 Jahren erfunden, gehört heute in nahezu jedem Haushalt zum Inventar. Eine wichtige Komponente für den Saubermacher kommt aus einem mittelständischen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen: Die Wessel-Werk GmbH produziert Düsen für alle namhaften Staubsauger-Hersteller weltweit. Um die Montage zu optimieren, hat sich das Unternehmen Unterstützung aus Villingen-Schwenningen geholt. Ein Werkstückträger-Transportsystem von STEIN Automation sorgt dafür, dass die Düsen in einer Vielzahl von Varianten schnell, zuverlässig und in hoher Qualität entstehen.


Im Jahr 2014 wurden nach einer Erhebung des Analyse-Tools Statista weltweit rund 119 Millionen Staubsauger verkauft, bis 2019 soll diese Zahl auf über 132 Millionen steigen. Für Wessel-Werk mit Sitz in Reichshof-Wildbergerhütte begann der Einstieg in dieses Metier 1965 mit der Konstruktion der ersten eigenen Düse. Gegründet hat Hans Wessel das Unternehmen 1931. Damals produzierte der Betrieb noch technische Bürsten, Reinigungsmaterial und Sportgeräte. Aufgrund der rasanten Entwicklung in der Herstellung von Staubsauger-Zubehör konzentrierte sich Wessel zunehmend auf diesen Produktionszweig und stieg im Lauf der Jahre zum weltweit marktführenden Zulieferer von OEM-Komponenten auf.

Heute sind am Stammsitz rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. Die Wessel-Werk GmbH ist ein reines Montagewerk, produziert wird auch im chinesischen Taicang. Die Konstruktionen für die vorwiegend aus Kunststoff bestehenden Staubsaugerdüsen entstehen entweder in enger Zusammenarbeit mit den Kunden oder sind Eigenentwürfe. Die Ingenieure lassen in dem modernen Entwicklungszentrum Verfahren, Technologien und aktuelle Hygiene-Erkenntnisse in die Produktneuheiten einfließen. Großen Wert legt Wessel auf die Qualitätskontrolle. Auf dem Leistungsprüfstand werden Gegebenheiten wie Unterdruck und Volumenstrom sowie alle anderen relevanten technischen Daten der Düsen, wie z.B. Schiebekraft und Staubaufnahme, für den Einsatz auf verschiedenen Bodenbelägen ermittelt.

Auf der Suche nach einer neuen Montage-Lösung

Im Jahr 1994 entwarfen die Konstrukteure eine neue Elektrobürste, die in zwei Varianten produziert werden sollte. Damit stieß Wessel jedoch an die Grenzen seiner Montagekapazität. „Wir hatten bis dahin an Rundschalttischen montiert. Die neue Düse konnten wir mit dieser Lösung aber nicht wirtschaftlich zusammenbauen“, schildert Edwin Einck aus dem Produktionsmittelbau. Also machte er sich als Verantwortlicher auf die Suche nach einer geeigneten Alternative. Erste Kontakte zu STEIN entwickelten sich auf einer Messe. „Wir haben uns auch Anlagen von Wettbewerbern angesehen, waren damit aber nicht zufrieden. Stein hingegen hat unser Anliegen auf Anhieb verstanden“, sagt Einck. Es folgten ein intensiver Austausch und mehrere Besuche im Schwarzwald. 1995 nahm die erste Anlage ihren Betrieb auf, zwei weitere folgten, und alle arbeiten bis heute einwandfrei.

Als Wessel 2015 eine neue Staubsaugerdüse in mehreren Varianten für verschiedene Hersteller konstruierte, waren erneut Montagekapazitäten gefragt – der qualifizierte Partner hingegen bereits gefunden. „Wir haben in enger Zusammenarbeit mit Wessel ein modulares Konzept umgesetzt, das Rastermaße für Handarbeitsplätze und Robotikzellen umfasst“, beschreibt Jochen Wurm, Gebietsverkaufsleiter Nord von STEIN. Hierfür hat sich das Werkstückträger-Wechselsystem STEIN 300 empfohlen. Es ist mit der SoftMove-Technologie ausgestattet. Das Unternehmen hat diese entwickelt, damit Werkstückträger trotz hoher Geschwindigkeiten und großer Stückzahlen nie hart aufeinanderprallen. SoftMove ermöglicht einen sanften Transport empfindlicher Produkte und mindert Verschleiß, Verschmutzung sowie den Lärmpegel der Anlage. Anwender sparen damit Zeit, das System arbeitet darüber hinaus sehr energieeffizient.


Die neue Anlage ist zwölf Meter lang und 3,2 Meter breit. Sie besitzt drei Handarbeitsplätze und neun Automatikstationen. „Zum Leistungsspektrum des Systems gehört beispielsweise das präzise Zuführen von Federn. Eine von Wessel entwickelte Station verschraubt Teile automatisch. Roboter prüfen darüber hinaus die Dichtheit der Düse. Ein Markiersystem sorgt für die schnelle und dauerhafte Beschriftung der Komponenten“, skizziert Jochen Wurm. Im Zweischichtbetrieb durchlaufen jährlich rund 700.000 Düsen die Anlage. Zum Einsatz kommen Werkstückträger in den Standardmaßen 400 x 400 Millimeter. Sie werden von der STEIN Control gesteuert. Diese ist einfach zu bedienen und für eventuelle Um- und Ausbaumaßnahmen gerüstet. Ein Terminal zeigt dem Werker prozessrelevante Daten übersichtlich an.

Mit der Leistung der STEIN 300 sind die Nordrhein-Westfalen hochzufrieden. „Wir erzielen die gewünschten Durchlaufzeiten. Die Anlage funktioniert zuverlässig und arbeitet störungsfrei“, freut sich Bernd Bleiel, Leiter Produktionsmittelbau bei Wessel. Auf Softmove möchte er heute nicht mehr verzichten. „Aufgrund der hohen Stückzahlen müssen die Zeiten für Werkstückträger-Wechsel so kurz wie möglich sein. Mit Softmove ist das möglich. Wir fahren schnell, erreichen hohen Bedienkomfort und erzielen kurze Wechselzeiten“, fasst er zusammen. Mit der Steuerung haben sich seine Mitarbeiter schnell vertraut gemacht. „Die einfache Bedienung und die hohe Zuverlässigkeit sorgen für stabile Montageprozesse.“

Die Betreuung durch die STEIN-Mitarbeiter wird bei Wessel sehr geschätzt. „Eigentlich haben wir ja wenig Berührungspunkte, weil die Anlage störungsfrei läuft“, schmunzelt Bleiel. Wenn jedoch Fragen auftauchen, funktioniert der After Sales Service problemlos und die Experten aus Villingen-Schwenningen stehen mit Rat und Tat zur Seite. Für Bleiel steht fest: „Die Investition in eine weitere Anlage von Stein hat sich bezahlt gemacht.“

 

Mehr Informationen zu Stein Automation:

Kontakt  Herstellerinfo 
STEIN Automation GmbH & Co. KG
Carl-Haag-Str. 26
78054 Villingen-Schwenningen
Tel.: 07720 / 8307 – 0
E-Mail: info@stein-automation.de
www.stein-automation.de
 

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