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Das erste zivilisierte Motorrad

Via Strom an interessante Reiseziele fahren

Das Fahren eines Motorrads geht in der Regel mit dem Anlegen eines Motorradanzugs, dem Anziehen schwerer Stiefel sowie dem Aufsetzen eines Sturzhelms einher. Weit bequemer haben es Eigner des elektrischen ­Kabinenmotorrades ›MonoRacer‹ des schweizerisch-tschechischen Unternehmens ›Peraves‹. Hier heißt es: Platz nehmen und losfahren – sogar der Hut kann dabei aufbleiben.

Welcher Motorradfan hat sich nicht schon einmal gewünscht, bei Regen im Trockenen zu sitzen oder im Fall übermäßigen Sonnenscheins sich seines schweißtreibenden Lederanzugs zu entledigen? Diese Wünsche gehen nun mit dem ›MonoRacer‹ von Peraves in Erfüllung! Aus der Schweiz nach Tschechien ausgelagert, wird unter diesem Namen das Kabinenmotorrad ›MonoRacer 130E‹ in Brno-Medlanky produziert, das über staunenswerte Features verfügt.

Ähnlich einem Segelflugzeug wird ein Kabinendach nach oben geöffnet, wodurch der Blick auf zwei Sitze und moderne Bedieninstrumente freigegeben wird. Das Gefährt hat nur entfernt etwas mit dem legendären Messerschmitt-Kabinenroller zu tun – eigentlich nur die eben erwähnte Art, wie man Zutritt zu den Sitzplätzen bekommt. Alles andere ist unvergleichlich modern, innovativ und überraschend.

Das beginnt schon mit der Art und Weise, wie der MonoRacer im Stillstand oder bei langsamer Fahrt am Umkippen gehindert wird. Dazu werden zwei Stützrollen bei entsprechend niedriger Geschwindigkeit elektrisch per Knopfdruck ausgefahren und in dieser Stellung verriegelt, sodass kein ungewolltes Umkippen des MonoRacers möglich ist. Auch die Rückwärtsfahrt ist dank der Stützrolllen kein Problem, sodass der MonoRacer selbst von körperlich benachteiligten Personen mühelos dirigiert werden kann.

Wird der MonoRacer beschleunigt, werden die Stützrollen elektrisch nach oben hochgezogen, sodass der MonoRacer sich anschließend genauso wie ein herkömmliches Motorrad bewegen lässt. Der Unterschied ist, dass man angeschnallt auf einem bequemen Kontursitz gegen Fahrtwind beziehungsweise aufkommendem Regen von der Kabine komfortabel geschützt wird.

Leistung satt

Jede Menge Fahrspaß verspricht der 450-V-Synchronmotor mit 130 kW Leistung, was rund 176 PS entspricht. In unter sechs Sekunden wird damit die 100 km/h-Marke erreicht. Das können zwar potente Superbikes toppen, jedoch ist die Art und Weise der MonoRacer-Beschleunigung entspannter, da es kein hektisches Schalten und Kuppeln gibt. Souverän wird die Kraft vom hinten montierten SCC-Verbundrad auf einen ›Metzeler 880 Marathon-Breitreifen< in der Größe 200/50 ZR18“ M/C (76 W) TL und von dort auf die Straße übertragen. Der Fahrer kann sich voll auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h, die mit dem 650 Kilogramm schweren Kabinenmotorrad erreicht werden kann. Diese Geschwindigkeit kann – im Gegensatz zu offenen Motorrädern – mühelos über längere Strecken durchgehalten werden, da – wie erwähnt – kein kräftezerrender Fahrtwind auf Fahrer und Insassen einwirkt. Sogar einen Hut kann der MonoRacer-Fahrer bei diesem Tempo aufbehalten, wenn er möchte.

Praxisgerechte Kapazität

Bei hoher Geschwindigkeit leeren sich die Akkus natürlich rasch, weshalb dieses Tempo für große Entfernungen suboptimal wäre. Optimal sind 104 km/h, womit eine Distanz von 370 km möglich ist, ehe ein erneutes Laden der Akku-Zellen nötig wird. Bei einem Mix aus Stadt- und ­Autobahnfahrt werden rund 7 kW auf 100 Kilometer verbraucht, was umgerechnet 0,65 Liter Benzin entspricht.

Die Lithium-Polymer-Batterie ist aus 110 Modulen aufgebaut, arbeitet mit einer Spannung von 423,6 Volt und besitzt eine Kapazität von 27 kWh. Hat die Batterie noch 20 Prozent Kapazität, so dauert es vier Stunden, bis diese wieder vollgeladen ist. Das zum Laden nötige Stromkabel ist übrigens im 140 Liter fassenden Kofferraum untergebracht, von wo es bequem entnommen werden kann. Optional werden 14 kWh zusätzliche Batteriekapazität angeboten.

Moderne Technik

Ob Ladezustand, Motortemperatur oder aktuelle Geschwindigkeit – ein mit digitalen Instrumenten bestücktes Armaturenbrett informiert über alle wichtigen Daten rund um den MonoRacer. Bedient wird der Bildschirm über einen Joystick, sodass der Fahrer nicht unnötig vom Straßengeschehen abgelenkt wird.

Serienmäßig ist zudem ein Navigationssystem verbaut, was hässliche Eigeninstallationen mit herunterhängenden Stromversorgungskabeln vermeidet. Darüber hinaus ist ein 4-LSP-Audio-System installiert, sodass der Fahrer viele Annehmlichkeiten genießen kann, die er auch vom PKW her kennt.

Hohes Sicherheitsniveau

Interessant ist, dass der MonoRacer über eine integrierte Vollverbund-ABS-Bremse verfügt, die dafür sorgt, dass beim Bremsen niemals das Vorderrad blockiert, was unweigerlich einen Sturz zur Folge hätte. Im Stand sichert eine elektrische Parkbremse das Fahrzeug zuverlässig gegen unbeabsichtigtes Wegrollen. Bei Unfällen sind die Insassen durch die Kabine wie im PKW geschützt.

Wer ein Fahrzeug sucht, das wenig Parkraum benötigt, Schutz vor Wind und Wetter bietet, mit Strom betrieben wird, eine gute Reichweite hat, Komfort, Unfallschutz und viel Fahrspaß verspricht, der sollte sich unbedingt für eine Probefahrt mit dem MonoRacers anmelden. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass eine sich einstellende Begeisterung zum Abschluss eines Kaufvertrags führt.

Verantwortungsvoll

Allerdings behält sich der geistige Vater, Erfinder und Produzent dieser Fahrzeuge, Arnold Wagner, heute Chef Technik und COB von Peraves CZ vor, durch ­einen Fahrtest die Eignung der Kunden für ­einen sicheren Betrieb des MonoRacers zu prüfen. Nur Interessenten, die mit dem MonoRracer umgehen können, werden in Anbetracht der großen Nachfrage bei der noch geringen Produktion von vorläufig einem Fahrzeug pro Monat berücksichtigt.

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Diesen Artikel finden Sie auch in Ausgabe 2/2021 auf Seite 88. Zum besagten Heft führt ein Klick auf den nachfolgenden Button!

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Mehr Informationen zum MonoRacer:

Kontakt  Herstellerinfo 
PERAVES CZ, a.s.
Žebetínek 90/5
CZ-621 00 Brno, TSCHECHIEN
Tel.: +420 602 555 013
E-Mail: info@peravescz.com
www.peravescz.com/de1/

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