Welt der Fertigung
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Klug tilgen, gut leben

Die Finanzen sicher im Griff

Wenn bekannt ist, wie hoch der Anschaffungspreis für ein Wirtschaftsgut ist, kann ein Annuitäten-Tilgungsplan zeigen, wie hoch die monatliche Belastung sein wird, um das Objekt nach einer bestimmten Zeit abzuzahlen. Eine Excel-Tabelle liefert dazu die Antwort.


Solide Finanzen sind das A und O einer erfolgreichen Geschäftstätigkeit. Wer zu wenig Eigenkapital einsetzt, um eine Anschaffung zu machen, wird sich wohl schwer tun, das Gut problemlos abzuzahlen. Die billigste Methode, ein Wirtschaftsgut zu finanzieren, ist stets der Barkauf. An zweiter Stelle liegt das Bankdarlehen und erst an dritter Stelle der Leasingvertrag. Für klamme Unternehmen hat der Leasingvertrag jedoch den Vorteil, dass Maschinen angeschafft werden können, die man sich sonst nicht leisten könnte. Wer gut schlafen will und seine Finanzen im Griff hat, sollte jedoch um Leasing einen großen Bogen machen, da man sich mit Leasing gewichtige Nachteile einhandelt, die Sie hier nachlesen können.

Am Anfang einer erfolgreichen Unternehmer-Karriere steht Bescheidenheit, Sparsamkeit, umsichtiges Handeln und die im Schnitt 60 Arbeitsstunden umfassende Woche. Ein gesundes Unternehmen besitzt gesunde Finanzen, die auf einem soliden Ersparnis-Sockel ruhen. Dazu gilt es, entweder zu erben oder sich diesen Sockel über einige Jahre selbst zu ersparen. Zur Berechnung des Endwerts bei regelmäßigen Einzahlungen bedient man sich des sogenannten Endwertfaktors, dessen Formel wir folgt aussieht:

Es bedeutet:


Mit dieser Formel ist rasch errechnet, wie viel Kapital der Sparer nach zehn Jahren zur Verfügung hat, wenn er jährlich 1.000 Euro spart und diese mit fünf Prozent verzinst bekommt. Das Ergebnis: 12.577,89 Euro. Für den Sprung in die Selbstständigkeit ist dieser Betrag natürlich wohl nicht ausreichend, weshalb der Sparbetrag kräftig anzuheben ist, um auf eine vernünftige Summe zu kommen, mit der sich das Abenteuer Selbstständigkeit mit Aussicht auf Erfolg anpeilen lässt.

Mit 5000 Euro pro Jahr sammelt sich im Laufe von Zehn Jahren beim genannten Zinssatz eine Summe von 62889,46 Euro an. Bei den derzeit mageren Zinsen werden es aber wohl nur rund 51000 Euro sein, die nach zehn Jahren zur Verfügung stehen. Man sollte es sich in finanziellen Dingen angewöhnen, stets von der pessimistischen Seite das Ziel zu betrachten, um nie einem unverhofften Loch im Budget zu begegnen. Umso erfreulicher dann, wenn sich die Finanzen doch besser entwickeln, als angenommen.


Ist dann das finanzielle Polster angespart und das nötige Startkapital bestimmt, um den Betrieb erfolgreich zu starten, geht es an die Berechnung der zur Tilgung nötigen Summe des aufgenommenen Kapitals. Keinesfalls sollte man den Fehler machen, auf Leasing zu setzen. Damit werde das zur Verfügung stehende Kapital geschont wird von dieser Branche erzählt. Doch gilt gerade für Existenzgründer: Finger weg! Leasing ist nur was für etablierte Unternehmen, die bereits über sichere Auftragseingänge verfügen und daher wissen, dass sie die regelmäßigen Leasingraten bedienen können.

Dies ist bei Unternehmensgründern völlig anders. Daher nur die Maschinen anschaffen, die man sich wirklich leisten kann und die man zur Not auch wieder problemlos verkaufen kann, wenn es die wirtschaftliche Lage erfordern sollte. Bei Leasing hängt man sich einen Mühlstein um, den man erst nach Ablauf des Leasingvertrags wieder entfernen darf.

Bedeutet: Die Leasingraten sind auch in schlechten Zeiten ohne wenn und aber zu zahlen, was ein Verlust der monetären Beweglichkeit ist!

Jeder angehende Jungunternehmer ist daher gut beraten, sein Unternehmen entweder nur mit Eigenkapital oder über ein Bankdarlehen zu finanzieren. Diesbezüglich sehr empfehlenswert ist auch die Lektüre des Buches ›Kopf schlägt Kapital‹ von Prof. Günter Faltin.

Die monatliche Tilgungsrate für das noch aufzunehmende Kapital wird über die Annuitätenformel berechnet. Diese lautet:

Es bedeutet:


Wird errechnet, dass für den Start des Unternehmens ein Betrag von 150.000 Euro nötig ist, setzt sich diese Summe aus dem angesparten Betrag von 51.000 Euro plus der Aufnahme von 99.000 Euro Fremdkapital zusammen. Unter der Annahme, dass man diese Summe zu einem festen Zins für sechs Jahre erhält, bezahlt man für Zins und Tilgung monatlich1.548,87 Euro.

Dieser Betrag muss also verdient werden, um die angeschafften Maschinen und sonstigen Betriebsmittel abzuzahlen. Diese sind nach sechs Jahren abgezahlt. Natürlich muss das Unternehmen jedoch weit mehr Einkommen erwirtschaften, schließlich gilt es, eine Halle zu mieten, Gehälter zu zahlen, einen Fuhrpark zu unterhalten, und Rücklagen für wirtschaftliche Flauten zu bilden.

Auch an die IHK, die GEZ und sonstige Verbände ist zu denken, die ebenso ihre Hand aufhalten. Es gilt daher, eine ehrliche Aussage zu treffen, ob sich das angestrebte Unternehmen lohnt, zumal es gerade in Deutschland keine Willkommenskultur für Jungunternehmer mehr gibt.


Als Alternative zur unsicheren und risikoreichen Unternehmensgründung ist womöglich ein Leben als gut bezahlter Arbeitnehmer mit geregeltem Einkommen und festem Erholungsurlaub die bessere Wahl. Und wer ein wenig wagemutig ist, der kann ja sein angespartes Vermögen in Aktien stecken, denn es gibt diesbezüglich immer noch Perlen, die eine satte Rendite versprechen und für besten Schlaf sorgen. Auch dazu gibt es in der Excel-Tabelle Rechenhilfen.

Download

Eine Excel-Tabelle zum Berechnen der Annuität beziehungsweise eines Tilgungsplanes finden Sie hier zum Download [109 KB] .

 

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