Welt der Fertigung
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Ambitionierter Schwergewichtskämpfer

Tonnenschwere Boliden bearbeiten

Hommel Unverzagt präsentiert mit dem neuen vertikalen Dreh-/Fräszentrum UVA VL 2000 Multi eine technisch wie preislich attraktive Alternative für das Komplettbearbeiten von bis zu zehn Tonnen schweren Werkstücken.

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Mit steigenden Werkstückgewichten und -Abmessungen, sinkt die Zahl der Betriebe, die solche Boliden bearbeiten können. Aber selbst wenn es dimensional möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass am Ende die Qualität stimmt, die Lieferzeiten passen und die Bearbeitungskosten einen anständigen Gewinn ermöglichen. Insbesondere bei komplexen, kombinierten Dreh- und Fräsbearbeitungen und hohen Qualitätsanforderungen an Geometrie und Oberfläche ist „Maschinenhopping“ Gift für das Ergebnis.

Wer auf einer Maschine Großteile Komplettbearbeiten kann, hat eindeutig Vorteile im Poker um Aufträge. Der Markt bietet Wachstumspotential. Allerdings tendieren die Anschaffungskosten für solche Großteilebearbeitungsmaschinen schnell in den siebenstelligen Bereich, was wiederum viele fachlich durchaus berufene Lohnfertiger dann doch davon abhält, in ein Ticket für diesen Zukunftsmarkt zu investieren.

Grund genug für die Hommel Unverzagt, die bislang im Produktprogramm befindlichen Bearbeitungszentren und seit der Metav auch CNC-Drehmaschinen umfassende Eigenmarke UVA Unverzagt um ein weiteres Modell zu ergänzen, dass nicht nur technologisch hohen Ansprüchen genügt, sondern eben auch preislich Akzente setzt. Die Rede ist vom der neuen UVA VL 2000 Multi.

Bei einem Gewicht von 42 Tonnen und Abmessungen in Länge, Tiefe und Höhe von 6,6 x 7,8 x 6,2 m eignet sich das vertikale Dreh-/Fräszentrum für das effiziente Komplettbearbeiten von Werkstücken bis zehn Tonnen Gewicht, zwei Meter Durchmesser und 1.350 mm Länge (Bauteilhöhe). Besonders markant in dieser Maschinenklasse ist die integrierte Y-Achse, die mit ihrem Verfahrweg von +/- 100 mm in Kombination mit der auf 0,001 Grad genau positionierbaren C-Achse, den sich ergänzenden Werkzeugzustellachsen Z und W sowie den – 840 bis + 1.160 mm Verfahrweg der X-Achse individuelle Freiheitsgrade bei der Programmierung komplexer Bearbeitungsfolgen und Werkzeugwege lässt.

Die Kombination von Y-Achse und langem Verfahrweg in der X-Achse bis – 840 mm ermöglicht in viele Fällen die Komplettbearbeitung auf der UVA LV 2000 Multi ohne das bereits erwähnte zeitraubende „Maschinenhopping“. Als echte Innovation darf auch die Werkzeugschnittstelle bezeichnet werden. Wie bei vielen Wettbewerbsmaschinen werden bei der UVA VL 2000 Multi die Fräswerkzeuge von BT-50 Aufnahmen sicher gehalten. Für die Aufnahme von Drehwerkzeugen ist die BT-50 Schnittstelle aber nicht optimal, denn als Drehmomentstütze dient lediglich ein Nutenstein.

Ganz anders die Hommel ClampMax-Werkzeugschnittstelle. Hier fixieren acht hydraulisch ausfahrbare konische Bolzen statische Werkzeughalter an einer großflächigen Kupplung. Die Frässpindel ist hierbei komplett entlastet. In Kombination mit dem aus einem Stück geschmiedeten und allseits präzise flachgeführten, 240 x 240 mm starken Stößel aus Kurbelwellenstahl (34 CrMo 4) ist auch unter Volllast höchste Stabilität sicher. Und auf hohe Zerspanungsleistung bei gleichzeitig qualitativ überzeugende Bearbeitungsergebnisse kommt es an.

Ein paar Details zu den maschinenbaulichen Qualitäten: Basis der UVA VL 2000 Multi sind großzügig dimensionierte Gussmodule, bei denen eine aufwändige Verrippung sowohl Vibrationen dämpft als auch das Wärmewachstum kontrolliert.

Alle Linearachsen laufen auf ebenfalls reichlich dimensionierten Flachführungen. Leistungsstarke Sinamics Vorschubantriebe von Siemens gewährleisten in allen Achsen die zuverlässigen wie auch präzise Verfahrbewegungen. Der Arbeitstisch wird in hochgenauen PSL Kreuzkegelrollenlagern geführt. Als C-Achse positioniert das Werkstück mit Hilfe eines Siemens Vorschubantriebs und hydraulischer Klemmung auf 0,001 Grad.

Die Kugelrollspindel in der X-Achse hat solide 63 mm Durchmesser; mit ihren 16 mm Steigung beschleunigt der Siemens Vorschubantrieb im Eilgang auf 14 m/min. Die Kugelrollspindel in der Z-Achse misst 50 mm im Durchmesser. Bei einer Steigung von 10 mm erreicht der Eilgang auf 900 mm Verfahrweg bis zu 10 m/min, wobei hier ein hydraulischer Gewichtsausgleich mit 2 Zylindern behilflich ist.

Die Y-Achse gleitet auf ihrem Verfahrweg von +/- 100 mm auf Flachführungen, angetrieben von einem Siemensantrieb über eine Kugelrollspindel mit Durchmesser 50 mm und 8 mm Steigung. Für eine solide Klemmung sorgen hier acht hydraulische Fixiereinheiten.

Die Führungsbahnen der X- und Y-Achse sind selbstredend mit Teleskopabdeckungen geschützt

Der Querträger (W-Achse) läuft auf Flachführungen und wird von 2 Kugelrollspindeln mit 50 mm Durchmesser und 6 mm Steigung bewegt. Auf dem Verfahrweg von 800 mm, sorgen 2 Siemens Vorschubantriebe mit Haltebremse für einen Eilgang von 0,7 m/min wobei hier beidseitig jeweils 4 hydraulische Bremssättel jede Position sicher fixieren.

Kommen wir zu den Hauptantrieben: Der Siemens Drehantrieb leistet 67/37 kW (25%/100% ED) und entwickelt über das 2-stufige ZF-Duoplangetriebe ein maximales Drehmoment von 21.330 Nm. Die Hauptspindel erreicht bis zu 250 U/min.

Der Fräsantrieb bringt seine Kraft ebenfalls über ein 2-stufiges Zwischengetriebe an die Werkzeugschneiden. Er entwickelt bei einer Leistungsaufnahme von 27/15 kW (25%/100% ED) stufenlos Spindeldrehzahlen von 25 - 2.500 U/min. Als Werkzeugspeicher dient ein 20-fach Werkzeugmagazin (Option: 32 Werkzeuge). Besonders bedienfreundlich ist hier die zusätzliche Zugangstüre auf der Maschinenaußenseite für das prozessparallele Austauschen von Werkzeugen.

Haupt- und Fräsgetriebe hält ein geregeltes Kühlaggregat auf gewünschter Temperatur. Wie bei den Antrieben setzt Hommel bei der UVA VL 2000 Multi auch bei der Steuerung auf Siemens. Die adaptierte Sinumerik 840D SL bietet mit ihrer ShopTurn Bedienoberfläche beste Voraussetzungen für effizientes Programmieren und eine sichere Kontrolle aller Maschinenparameter durch den Bediener. Die Steuerung ist rechts neben den sich 2 Meter weit öffnenden Sichttüren in der Vollumhausung der Maschine integriert und über ein Bedienpodest auf Augenhöhe. Das Bedienfeld lässt sich in Richtung Arbeitsraum drehen, wodurch Einrichter bei Einsatz des elektronischen Handrades auch vom Trittgitter im Maschineninnenraum noch Sichtkontakt zur CNC haben.

Last but not least ein Blick in den Arbeitsraum. Wie es sich für eine auf Hochleistungszerspanung ausgelegte Maschine geziemt, wurde bei der Gestaltung auf einen möglichst hindernisfreien Spänefall geachtet. Für den Spänetransport nach hinten sorgen zwei Scharnierbandförderer. Für Spänespülung, Außenkühlung und Kühlmittel durch die Spindel (optional bis 70 bar) versorgt sich die UVA VL 2000 Multi aus einem Kühlmitteltank mit 1.500 l Volumen.

Fazit: Für die zeitgemäße Bearbeitung von großen, schweren Werkstücken bietet die Hommel Unverzagt GmbH mit der UVA VL 2000 Multi ein durchdachtes und in Details einzigartiges Maschinenkonzept. Und, wie es von den anderen Maschinen der Eigenmarke UVA-Unverzagt bekannt ist, gibt es auch dieses Modell zu überzeugenden Konditionen.

 

Mehr Informationen zur Hommel GmbH:

Kontakt  Herstellerinfo 
Hommel GmbH
Donatusstraße 24
50767 Köln
Telefon: (0221) 59 89 - 0
Telefax: (0221) 59 89 - 200
www.hommel-gruppe.de
 

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