Welt der Fertigung
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Walzbleiverarbeitung: Fehler vermeiden

Ratgeber gibt Hilfestellung

Walzblei eröffnet Handwerkern vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Der Werkstoff lässt sich vor Ort flexibel den Gegebenheiten anpassen. Wer die grundlegenden Verarbeitungsregeln befolgt, erzielt langlebige und wartungsfreie Ergebnisse. Nur selten treten Schäden an Bauteilen auf. Viele Fehlerquellen lassen sich einfach erkennen und vermeiden.


Walzblei weist eine besondere Materialeigenschaft auf: Thermische Veränderungen führen dazu, dass sich der Werkstoff ausdehnt oder zusammenzieht. Bleibt dieser Umstand bei Planung und Verarbeitung unberücksichtigt, können im Laufe der Zeit Schäden an den Bauteilen auftreten. Die Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. weist auf die häufigsten Verarbeitungsfehler hin und nennt wirksame Praxislösungen.

Zu große Einzelstücke
Werden zu lange Schare verlegt, kann es zu Aufstauchungen oder Längendehnungen kommen. Die Folge sind Risse, aus denen Löcher entstehen können.
Lösung: Wer die maximal zulässigen Zuschnittsgrößen einhält, kann temperaturbedingte Rissbildungen vermeiden. Als Faustregel für glattes Walzblei bei An- und Abschlüssen gilt: Bei einer Materialstärke von 1,25 Millimetern darf die Länge des Bleiblechs maximal 1 Meter betragen.

Zu starre Verbindungen und Befestigungen
Wird bei einer Verbindung der doppelte Stehfalz zu eng zusammengepresst, kann es zu querwellenförmigen Aufstauchungen kommen. Zu stramme Befestigungen können zu Aufbeulungen führen, die Risse und Löcher nach sich ziehen können.
Lösung: Handwerker sollten thermisch bedingte Toleranzen immer mit bedenken. Direkte und indirekte Befestigungen sind so zu kombinieren, dass eine spannungsfreie Ausdehnung des Materials möglich ist.

Kein Feuchtigkeitsschutz
Die natürliche Patina von Walzblei bildet sich erst nach rund sechs Wochen aus. Dringt während der Lagerung Regen- oder Tauwasser zwischen die Bleibleche, kann dies zu bräunlichen Verfärbungen führen. Kommt frisch verlegtes Walzblei mit Regen in Kontakt, bilden sich Schlieren.
Lösung: Während des Transports und der Lagerung ist Walzblei sicherheitshalber mit Folie abzudecken. Nach dem Verlegen sollten Bleibleche sofort mit Patinieröl behandelt werden. Haben sich infolge von Regen bereits erste Flecken gebildet, lassen sich Bleibleche innerhalb von 24 Stunden nachträglich patinieren und eine Schlierenbildung meist abwenden.

Das vierteilige Handbuch für die Verarbeitung von Saturnblei fasst alle praktischen Verarbeitungsregeln zusammen. Es ist unter www.saturnblei.de zum Preis von 25 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zu bestellen.

 

Mehr Informationen zur Gütegem. Saturnblei:

Kontakt  Herstellerinfo 
Gütegemeinschaft Saturnblei e.V.
Bruchfeld 52
47809 Krefeld
Tel.: +49 (0) 2151.58 92 95
Fax: +49 (0) 2151.58 92 96
E-Mail: info@saturnblei.de
www.saturnblei.de
 

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