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Ohne Gönner hätte es Hitler nicht gegeben

Der 2. Weltkrieg und seine Verursacher

Wie aktuelle Beispiele etwa in Libyen, in Syrien oder in Bergkarabach zeigen, sind es in der Regel „befreundete“ Staaten, Konzerne oder reiche Einzelpersonen, die es einem Regime durch wirtschaftliche und militärische Unterstützung erlauben, Krieg zu führen. In seinem Buch ›Adolf Hitler – eine Korrektur‹ weist Dr. h.c. Michael Grandt nach, dass dies im Fall Deutschlands hinsichtlich des Ausbruches des 2. Weltkriegs ebenfalls der Fall war.

Die nachwachsende Bewohnergeneration Deutschlands wird hinsichtlich der Geschichte des 3. Reichs nicht mit der vollen Wahrheit konfrontiert, somit um die Möglichkeit gebracht, das damalige Geschehen umfassend zu verstehen und einzuordnen. Es wird beispielsweise davon erzählt, dass das NS-Regime unter Hitler nach dessen Machtergreifung im Jahre 1933 unter ausschließlicher Nutzung deutscher Ressourcen eine gewaltige Industrie aus dem Boden stampfte, die es erlaubte, Deutschland zu einer militärisch und wirtschaftlich führenden Nation zu machen.

Doch ist dies nicht die volle Wahrheit, wie Dr. h.c. Michael Grandt in seinem Buch ›Adolf Hitler – eine Korrektur‹ nachweist. Hier ist zu lesen, dass nicht nur ein großer Teil der deutschen Industriellen und Bankiers ihren Teil dazu beitrugen, sondern eben auch ausländische Unternehmen dafür sorgten, dass modernste Technik nach Deutschland kam, um mit dem nun herrschenden Regime glänzende Geschäfte zu machen.

So hat beispielsweise John D. Rockefeller mit seinem Ölimperium ›Standard Oil‹ dafür gesorgt, dass in Zusammenarbeit mit der IG Farben ein Verfahren entwickelt wurde, um aus Kohle synthetisches Benzin herzustellen, was Deutschlands Abhängigkeit von Öllieferungen milderte und dem NS-Regime es später erlaubte, Krieg zu führen.

1935 hat das US-Unternehmen ›Ethyl Gasoline Corporation‹ (ein Gemeinschaftsunternehmen von Standard Oil of New Jersey und der General Motors Company) ihr Wissen zur Herstellung von Tetraethylblei und Ethylflüssigkeit an das Deutsche Reich übermittelt. Dieser Stoff ist nötig, um Hochleistungsmotoren – wie sie etwa in Flugzeugen eingebaut sind – zu betreiben.

Dass dies keine Verschwörungstheorien sind, kann im umfangreichen Quellenverzeichnis des Buches nachgeschlagen werden. Zudem werden Zeitzeugen namentlich erwähnt, die diese Tatsachen bestätigen. So etwa der US-Marineminister Frank Knox, der zugab, dass Hitler in den Jahren 1934 und 1935 aus den USA trotz Aufrüstungsverbot Hunderte von Flugzeugmotoren der neuesten Bauart bekommen hatte. Zudem übergaben unter anderem die Unternehmen Pratt&Whitney, Douglas und Bendix Aviation an BMW, Siemens und andere Firmen eine ganze Reihe von militärischen Luftfahrtsgeheimnissen.

Für einen im Buch nicht näher bezeichneten Heeresgeländewagen verkauften die Ford-Werke als Antrieb einen Achtzylindermotor. Zudem wurden im Oktober 1938 Kabinen, Chassis und Motoren für 1.000 Lastwagen direkt aus Detroit geliefert, in Köln zusammengebaut und im Morgengrauen von der Wehrmacht abgeholt. Im Jahr 1943 soll Ford sogar einen geheimen Vertrag mit Deutschland unterzeichnet haben, den Turbinenmotor für die Langstreckenrakete ›V2‹ – die unter anderem auf Großbritannien abgeschossen wurde – zu bauen.

In großem Ausmaß hat das US-Unternehmen General Motors zur Motorisierung und Panzerung der Deutschen Wehrmacht beigetragen. Das deutsche Tochterunternehmen Opel begann bereits in den frühen 1930er-Jahren mit dem Bau von Militärlastwagen. Vom Werk in Brandenburg fuhren täglich 120 Lastwagen vom Band. Das Modell ›Opel Blitz‹ war das Rückgrat der Wehrmacht. Ohne dieses Fahrzeug wäre die Wehrmacht nicht einmal nach Wien gekommen, da zahlreiche LKW anderer Hersteller bei dieser Fahrt liegenblieben.

Doch Opel produzierte auch Rumpfteile und Motoren für die Ju-88, den wichtigsten Bomber der deutschen Luftwaffe. Kein Wunder, dass der Kraftfahrzeugbeauftragte General von Schell im Jahre 1941 bescheinigte, dass der Krieg ohne Opel nicht hätte geführt werden können. Ganz zu schweigen davon, dass die Besetzung großer Teile Europas innerhalb von fünfzehn Monaten ohne den Beitrag von Opel nicht möglich gewesen wäre.

Das US-Unternehmen ITT (International Telephone and Telegraph) hat erhebliche Anteile an deutschen Rüstungsfirmen gehalten, unter anderem an der Flugzeugfirma Focke-Wulf. Das Unternehmen hat in den späten 1930er Jahren zahlreiche Geldüberweisungen durch die deutschen ITT-Tochterfirmen an Heinrich Himmler durchgeführt. Besonders perfide: Während ITT-Richtungssucher im 2. Weltkrieg Schiffe der Alliierten vor deutschen Torpedos retteten, bombardierten ITT-Focke-Wulf/MGR-Flugzeuge Alliierte Schiffe. Man machte demnach mit allen Kriegsparteien beste Geschäfte.

Dem US-Unternehmen IBM verdankten die Nazis, dass monatliche Schnellberichte über die Streitkräfte und die Industrieproduktion erstellt werden konnten. Möglich machten dies die Lochkartenmaschinen, die von der Tochter ›Deutsche Hollerith Maschinen AG‹, kurz ›Dehomag‹ hergestellt wurden. Diese wurden auch während der Volkszählung 1939 eingesetzt. Damit wollte die SS herausfinden, wie viele Juden in Deutschland, im Sudetenland und in Österreich lebten. Im Jahre 1943 entstanden Hollerith-Erfassungsstellen in den KZs, um Zwangsarbeiter für das Rüstungsministerium zu erfassen.

Rund 5.000 amerikanische Unternehmen machten damals Geschäfte mit NS-Deutschland, obwohl diese von der US-Regierung verboten waren. Auf geschätzt 475 Millionen US-Dollar (damals eine gigantische Summe) beliefen sich die Investitionen.

Im Jahre 1944 erfolgte dann die erste Klage seitens des ›United States Justice Department‹ gegen eine Reihe amerikanischer und britischer Firmen wegen Unterstützung des Kriegsgegners Deutschland. Der US-Richter Ryan stimmte bei der Urteilsverkündung der Anlage in praktisch allen Punkten zu. Das Urteil spricht Bände: »Die Angeklagten haben sich auf eine Verschwörung eingelassen, um die Märkte der Welt unter sich aufzuteilen, und die in diesem Zusammenhang getroffenen Vereinbarungen über Patente und Verfahren dienten dazu, dieses Ziel zu erreichen«.

Ebenfalls interessant: Praktisch die halbe Kohle- und Stahlförderung des Deutschen Reichs war in der Hand des US-Unternehmens ›Harriman Fifteen Corporation‹. In dessen Aufsichtsrat saß unter anderem Prescott Bush, der Vater von Georg Herbert Walker Bush und der Großvater von Georg W. Bush, den beiden ehemaligen Präsidenten der USA. Georg Herbert Walker war der Schwiegervater von Prescott Bush und besaß die Bank BBH.

Es lohnt im Buch nachzulesen, dass teils über verschachtelte Beteiligungen Geschäfte mit deutschen Unternehmen getätigt wurden, unter denen später auch Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge litten. Es ist unzweifelhaft, dass die Züge, die nach Ausschwitz rollten, mit Brennstoff befeuert wurde, der aus Bushs Kohleminen stammte.

Im Buch ist nachzulesen, dass Bush Verbindungen zur ›Consolidated Silesian Steel Company‹ pflegte, die auch Sklavenarbeiter aus dem KZ Ausschwitz einsetzte. Vor diesem Hintergrund hat Ende der 1990er Jahre der Düsseldorfer Anwalt Peter Wolz eine Sammelklage von Holocaust-Opfern gegen Prescotts Bush Erben eingereicht, da seiner Auffassung nach Prescott Bush Teil einer Verschwörung gegen die Menschlichkeit war.

Die Klage richtete sich auch gegen die US-Regierung, weil die damalige Führung angeblich wusste, dass in Auschwitz die Tötungsmaschinerie der Nazis lief, aber nichts dagegen unternahm. Die damalige Regierung Bush erklärte, die Klage sei abzuweisen, da die passive Mittäterschaft der US-Eliten durch das Prinzip der Staatssouveränität gedeckt sei. In einer Fußnote zur Stellungnahme heißt es interessanterweise, dass die Ausführungen des Anwalts als wahr akzeptiert werden!

Michael Grandt hat in seinem Buch ›Adolf Hitler – eine Korrektur‹ eine hochinteressante Fülle an Fakten zusammengetragen, die eindeutig belegen, dass es keinen Hitler und keinen Zweiten Weltkrieg gegeben hätte, wenn konsequent gegen alle Unternehmen vorgegangen worden wäre, die sich große Geschäfte mit dem Aufbau von Hitler versprachen und diese später auch tätigten.

Im sehr lesenswerten Werk sind neben den Aufrüstungs-Tatsachen durch nichtdeutsche Unternehmen noch viele weitere Fakten zu finden, die in herkömmlichen Geschichtsbüchern nur selten zu lesen sind. Wer das Buch zur Hand nimmt, erfährt unter anderem Erhellendes über Hitlers Leben – das oft falsch dargestellt wird, über die wissenschaftlich festgelegte Tatsache, dass der deutsche Kaiser nicht maßgeblich Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte, über die Unaufrichtigkeit der Kriegsgegner bei der Waffenstillstandsverhandlung mit der deutschen, kaiserlichen Armee während des 1. Weltkriegs, irritierendes über den ausgeprägten Antisemitismus prominenter Persönlichkeiten sowie über die Machenschaften deutscher Finanziers des NS-Regimes.

Darüber hinaus werden die Schlussfolgerungen von Prof. Dr. Valentin Katasonow vorgestellt. Dieser stellt unter anderem fest, dass die Rockefellers und Morgans die Schlüsselfiguren für den Aufstieg Hitlers sind und die Schweiz eine unrühmliche Rolle hinsichtlich der Goldströme aus den Konzentrationslagern sowie den besetzten Ländern spielte.

Als interessantes Sahnehäubchen lässt der Autor ein fiktives Gerichtsverfahren gegen Adolf Hitler stattfinden, in dem Originalzitate des Diktators die Hauptrolle spielen. Das Ergebnis ist ausgesprochen bemerkenswert.

Grandts Werk ist für alle diejenigen eine wertvolle Lektüre, die wünschen, einen ungefilterten Blick auf die damalige Zeit werfen zu können. Sie werden ernüchtert feststellen, dass damals die großen Räder von den gleichen Kreisen gedreht wurden, die diese auch heute noch drehen, um ihren Reichtum auf Kosten des größten Teils der Menschheit weiter zu steigern.

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Titel: Adolf Hitler - eine Korrektur
Autor: Dr. h.c Michael Grandt
Verlag: Reval-Buch
ISBN: 978-9949-01-263-3
Jahr: 2019
Preis: 29,40 Euro
www.reval-buch.ee

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