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Ein guter Scout für mehr Erfolg

Tabus souverän handhaben

In Unternehmen gibt es zahlreiche Minenfelder, die man tunlichst meiden sollte, will man seiner Karriere nicht schaden. Im Buch ›Tabu‹ gibt es wichtige Tipps, diese zu erkennen und zu umgehen.


Tabus gibt es nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in Unternehmen. Sie erfüllen in der Regel einen wichtigen Zweck, damit das Miteinander funktioniert. Es ist beispielsweise nicht ratsam, anderen Kollegen unvermittelt vom eigenen guten Gehalt zu erzählen, da dies Neid und Unverständnis hervorrufen kann. Es ist daher wichtig, einen souveränen Umgang mit Tabus zu pflegen. Eine optimale Grundlage dazu bietet das Buch ›Tabu‹ von Thomas Saller, Sebastian Mauder und Simone Flesch. In diesem Werk haben die Autoren 16 typische Tabus aufgegriffen, ihre Wirkung analysiert und Strategien zu deren Umgang erarbeitet.

So gehen sie beispielsweise auf das Verhalten bei Betriebsfeiern und Abteilungsausflügen ein. Auch wenn sogenannte Firmenevents in die private Zeit fallen und eine Teilnahme freiwillig ist, raten die Autoren, sich bei diesen Feiern niemals so zu verhalten, wie man das in wirklich privater Runde vielleicht tun würde. So ist beispielsweise das öffentliche Küssen von Kollegen, eine starke Alkoholisierung oder eine exzessive Tanzvorführung absolut zu vermeiden. Hier lauert die Gefahr, seine Reputation im Unternehmen zu zerstören. Die Autoren empfehlen, in beruflichen Situationen nie die Kontrolle zu verlieren und immer maßvoll zu handeln.

Sie decken auch eine wesentliche Ursache für das Burn-out-Syndrom auf, nämlich das Tabu, Müßiggang zuzulassen. Insbesondere auf der Managerebene sind stets alle Tage der Arbeitswoche weit im Voraus verplant. Die To-do-Liste ist immer lang. E-Mails werden möglichst unmittelbar beantwortet und das Wochenende sowie Kurzurlaube produktiv genutzt. Zu allem Überfluss entsteht trotz Erschöpfungsgefühlen ein schlechtes Gewissen bei zu langen „unproduktiven“ Entspannungspausen. Die Autoren führen etwa 3M und Google als positive Beispiele an, die diesen Unsinn abgestellt haben. Sie ermöglichen es ihren Mitarbeitern, nicht durchweg gezielten Aktivitäten nachzugehen und sind dennoch als Unternehmen – womöglich gerade deshalb – höchst erfolgreich!

Wer nicht das Glück hat, in einem solchen Unternehmen zu arbeiten, bekommt als Tipp, viel zu schlafen, stets mehrere Wochen Urlaub ohne geplante Aktivität zu verbringen und sich in der Mittagspause regelmäßig aus dem Trubel zu lösen. Als Lohn winken bessere Entscheidungen, weniger Fehler und mehr Selbstdisziplin.

Höchst aufschlussreich auch der Hinweis auf die Abhängigkeit von Experten im Unternehmen. Diese besitzen eine nicht zu unterschätzende Machtstellung, in deren Folge grenzwertige persönliche Eigenschaften oder Marotten geduldet, Sonderwünsche erfüllt und Sonderrechte akzeptiert werden. Die Autoren beleuchten das Expertentum von der Arbeitgeber- sowie der Arbeitnehmerseite, haben daher in diesem Spannungsfeld unterschiedliche Tipps auf Lager. Den Arbeitgebern raten sie, möglichst mehrere Experten zu beschäftigen, um die Abhängigkeit zu vermindern, dem Arbeitnehmer hingegen wird angeraten, stets darauf zu achten, dass ohne ihn eine Aufgabe nicht fortgeführt oder beendet werden kann. Zudem wird geraten, mit der Expertise bewusst umzugehen, da man sich von unangenehmen Abhängigkeiten gerne trennt, sobald man kann.

Welche Folgen es haben kann, wenn kritisches Feedback nicht mehr nach oben gegeben wird, haben bereits viele Unternehmen erlebt. Fehlerhafte Produkte, verlorene Marktanteile oder gar die Firmenpleite sind der Leisetreterei geschuldet. Ehrliches Feedback in Richtung Führung wird zwar offiziell immer wieder angemahnt, ist aber nur selten wirklich erwünscht. Vorgesetzte stellen sich viel zu häufig nicht der Kritik ihrer Mitarbeiter.

Hinzu kommt, dass im Fall der Nachfrage von den Mitarbeitern oft nicht die Wahrheit, sondern das, was aus Sicht der Mitarbeiter gehört werden will, vermeldet wird. In der Folge kommt es zu Fehlentscheidungen beziehungsweise zu Selbstüberschätzungen der Chefs, weil diesen ein ehrliches Feedback zum Abgleich fehlt. Der Tipp der Autoren lautet hier für Untergebene, ein Feedback stets zeitnah zum Ereignis zu geben und für Vorgesetzte, das Feedback dankend anzunehmen und sich Gedanken darüber zu machen, warum der Feedbackgeber die Dinge so sieht, wie er sie sieht.

Wer nach oben will, kann viel falsch machen. Schlechte Kleidung gehört dazu! Wer zum Mittagessen mit einem Kunden in billigen, dreckigen Schuhen geht, spielt mit seiner Karriere. Anzüge sollten niemals schwarz, sondern stets dunkelblau oder grau sein. Abgefallene Knöpfe an Hemden und Blusen sind ein Grund, diese Kleidung solange nicht anzuziehen, bis der Mangel behoben ist. In der First-Class erhält nur derjenige Eintritt, der mit seinem Aussehen überzeugt.

Kleidung war immer schon ein Mittel zur Aufklärung des Gegenübers, wen er vor sich hat. Zudem vermittelt schöne Kleidung ein gutes Selbstwertgefühl. Noch wichtiger ist, dass Kleidung den Gesamteindruck prägt, den man für sein Unternehmen hinterlässt. Weil dieses Thema so wichtig ist, haben die Autoren im Buch einen Ratgeber untergebracht, der die Kleidungsregeln für Männer und Frauen anschaulich vermittelt. Zudem erfährt man, dass Tattoos und Piercings tabu sind, wenn sie in angezogenem Zustand sichtbar sind.

Das Buch ›Tabu‹ ist ein wirklich nützlicher Ratgeber für alle, die in Unternehmen eine gute Figur machen möchten. Mit den dort niedergeschriebenen Tipps kann das Betreten von Karriere-Minenfelder zuverlässig vermieden werden. Fazit: Der Kaufpreis für das Buch ist ausgesprochen gut angelegt.

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Titel: Tabu
Autoren: Thomas Saller, Sebastian Mauder, Simone Flesch
Verlag: Haufe-Verlag
ISBN: 978-3-648-09074-9
Jahr: 2016
Preis: 29,95 Euro
www.haufe.de
 

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