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"Öko" Strom ist arbeitsintensiv und teuer

Ein Problem wird beleuchtet

Die Praxis, die Folgen der Energiewende nicht zu bewerten, hat kürzlich der Bundesrechnungshof massiv beanstandet. Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel, Pressesprecher NAEB e.V., spricht aus, was von ideologisch ausgerichteten Politikern verschwiegen wird.

Professor Volker Quaschning ist bekannt als aktiver Streiter für die Energiewende zur Rettung des Weltklimas. Der Elektroingenieur stützt seine Aussagen auf fundierte Daten. So lobt er in einem kürzlich veröffentlichten Video die Energiewende als Jobmotor. 300.000 Menschen haben in diesem Bereich einen Arbeitsplatz gefunden. In der Braunkohle sind aber nur 20.000 beschäftigt. Nach einem vorher gezeigten Diagramm tragen beide Gruppen etwa gleichviel zur Stromerzeugung bei.

Nach diesen Fakten arbeiten 15 Menschen im Ökostrombereich, um die gleiche Energiemenge zu erzeugen, für die 1 Arbeiter in der Braunkohle erforderlich ist. Ökostrom muss deutlich teurer sein. Das bestätigen die hohen Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG). Doch über Kosten und Kostenentwicklungen schweigt der diplomierte Elektroingenieur.

Das gilt auch für den Niedersächsischen Umweltminister und Elektroingenieur Olaf Lies. Er will viele weitere Wind- und Solaranlagen in Niedersachsen. Sie würden zur Landschaft gehören, sagt er. Allein die Leistung der Windgeneratoren soll auf 65.000 Megawatt ausgeweitet werden. Das ist mehr, als die derzeitigen Windstromanlagen in ganz Deutschland haben.

Zusätzlich soll auch noch deutlich mehr Solarstrom erzeugt werden. Nach den Angaben in der Wilhelmshavener Zeitung hofft der Minister auf mehr Arbeitsplätze, die nach den genannten Daten wenig effektiv sind. Als Anreiz für schnelle Genehmigungen sollen die Gemeinden eine Abgabe von 0,2 Cent für jede auf ihrem Gebiet erzeugte Kilowattstunde bekommen und zusätzlich auch noch von Gewerbesteuern profitieren.

Doch es wird kein Wort über den Anstieg der Stromkosten durch den weiteren Ausbau der Wind- und Solaranlagen verloren. Die Zahlen zur Berechnung des Stromanstiegs sind dem Minister bekannt. Warum nennt er sie nicht? Diese Praxis, die Folgen der Energiewende nicht zu bewerten, hat kürzlich der Bundesrechnungshof massiv beanstandet. Doch das scheint ideologisch ausgerichtete Politiker nicht zu stören. Sie machen weiter zum Schaden der Mitbürger und zum Nutzen der vielen Profiteure.

Die Bürger müssen die zusätzlichen Einnahmen der Gemeinden durch mehr Ökostromanlagen mit höheren Strompreisen bezahlen. Dadurch sinkt die Kaufkraft und es gibt weniger Gewerbesteuern aus anderen Betrieben, die unter geringeren Aufträgen und höheren Strompreisen leiden. Die in Aussicht gestellten höheren Einnahmen der Gemeinden sind werden nicht erfüllt. In Gegenteil, der Bürger wird höher belastet.

Besonders schlimm wird es für diejenigen Haushalte, die ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können. Wenn die Stromzufuhr abgeklemmt wird, kostet der Wiederanschluss über 100 Euro - für Familien in Not eine kaum bezahlbare Summe. Ohne Hilfe von Dritten entkommen sie nicht dieser Kostenspirale. Mit steigenden Strompreisen werden sich diese Fälle häufen und zunehmend sozialen Sprengstoff bilden. Wollen wir das?

Mehr Informationen zu NAEB e.V.:

Kontakt  Herstellerinfo 
NAEB e.V. Stromverbraucherschutz
Georg-Buechner-Weg 3
33335 Gütersloh
Fax: 05241 702909
Tel.: 0171 3364683
E-Mail: info@naeb.info
www.naeb.info

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